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Eine Reality-Show, ein maskierter Killer und die Frage, wie oft müssen wir das noch ertragen? Seit Wes Cravens "Scream" werden uns diverse Ergüsse nur so um die Ohren geknallt und das seit weit mehr als einem Jahrzehnt. Des Rätsels Lösung, Slasher kann man mit einem minimalen Aufwand drehen, ein Drehbuch ist schnell geschrieben, schließlich kann man sich an das altbekannte Konzept klammern. Und das tut "Killer Movie" in jeder Sekunde, Regisseur und Drehbuchautor Jeff Fisher (Angels, Baby!) ist eine gewisse Affinität zum Genre nicht abzusprechen, aber das Ganze wirkt so dermaßen konstruiert und wie tief muss man eigentlich noch sinken, um auch noch zickige It-Girls zu imitieren.
Der erfolglose Jungregisseur Jake Tanner (Paul Wesley) soll eine Dokumentation im verlassenen Örtchen White Plains drehen. Eigentlich soll es darin um den Sport gehen, doch ein maskierter Killer treibt auch noch sein Umwesen und dezimiert die Filmcrew. Dadurch gerät auch die bekannte Darstellerin Blanca Champion (Kaley Cuoco) in große Gefahr, denn auf sie scheint es der Killer abgesehen zu haben. Jake erkennt zu spät, dass hier jemand seine eigene Reality-Show dreht und die Leichen sind echt.

Warum legt Fisher hier solch einen großen Wert auf die gänzlich uninteressanten Charaktere? Jake als potentieller Überlebender geht ja in Ordnung, doch hier tummeln sich so viele Figuren, dass man anfänglich den Überblick verliert. Es geht um eine Reality-Show in der Kleinstadt White Plains in North Dakota, eigentlich soll es sich um Sport drehen, doch da hier täglich irgendwelche Morde passieren, will die raffgierige Produzentin ihr Konzept ändern. Fisher versucht mit "Killer Movie" auch ein bisschen Kritik an der scheinbar erbarmungslosen Branche zu üben, doch das geht gewaltig nach hinten los. Fisher übertreibt es maßlos, besonders als das zickige Sternchen Blanca auftaucht, die sich im Finale sogar noch zur Heldin mausert, aber dem Zuschauer vorher gewaltig auf den Keks geht. Die restliche Crew um Jake bleiben nur Statisten, um in der zweiten Halbzeit Opfer des Killers zu werden. Doch der lässt sich mit seinem Vorhaben enorm viel Zeit, außer ein paar unblutigen Morden herrscht Geschwätzigkeit. Auch gibt man sich nicht die geringste Mühe, um den Zuschauer zum Mitraten zu animieren, wer sich nun hinter der Maske des Killers verbirgt. Unmotiviert lenkt man den Verdacht auf einen gerade aus dem Knast entlassenen Mörder, der aber viel zu früh selbst ins Gras beißt. Wer bei den Zeitungsartikeln während des Vorspanns aufpasst, kann sich die gesamte Story schon selbst zusammenreihmen. Dicke bekommen es auch die Bewohner von White Plains ab, denn sie werden als grenzdebile Hinterwäldler dargestellt, die einfach nur zusehen, wie einer nach dem anderen abgeschlachtet wird. Also das typische Bild diverser Slasher.

Auch braucht man hier wirklich Geduld, bevor Fisher endlich einen Gang hochschaltet, im letzten Drittel geschieht dann der Großteil der Morde, bevor einem die dämliche Auflösung wieder den Boden unter den Füßen wegzieht. Eigentlich muss man nur darauf achten, wer bei der Crew um Jake am wenigsten zugegen ist und schon hat man den Killer. Und dessen Motiv ist einfach nur lächerlich, zumindest gibt es gegen Ende noch solide Slasherkost. Die wenigen Morde sind verhalten blutig und teils zu dilettantisch vorbereitet. Suspense will kaum aufkommen und gorig wird es nie. Es darf mal ein abgetrennter Kopf durchs Bild rollen, eine Hand abgehackt werden, oder Blut an die Wand spritzen. Manchmal werden die Morde auch nur angedeutet, der Killer benutzt als Waffe ein Messer, eine Spitzhacke, Stacheldraht oder würgt seine Opfer zu Tode.
Bei den Darstellern sieht es höchstens durchschnittlich aus, Serienschauspieler Paul Wesley (Small Town Secret, Beneath the Blue) kommt ganz gut weg, Kaley Cuoco (Virtuosity, Wasted) nervt als Blanca Champion, gibt aber gleichzeitig auch eine passabel überzogene Vorstellung. Die restliche Riege ist kaum eine Erwähnung wert.

"Killer Movie" ist ein überflüssiger Langweiler mit gängiger Story und blöder Auflösung. Völlig überfrachtet mit uninteressanten Figuren, darf es immerhin im letzten Drittel etwas rund gehen. Die ländliche Kulisse nutzt Fisher kaum optimal aus, gemordet wird nur wenig und meist unblutig, auch bemüht man sich in keinster Weise, den Zuschauer an der Tätersuche zu beteiligen. Stattdessen wird viel zu viel gelabert, die gesamte Inszenierung ist völlig unspektakulär.

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