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Truman Burbanks ist der Star einer Reality-Show, was er selbst aber gar nicht weiß. Er wurde vor laufender Kamera geboren und sein ganzes Leben ist ein Film, dass jeden Tag 24 Stunden live im Fernsehen zu sehen ist. Doch allmählich beginnt Truman zu begreifen, dass etwas nicht stimmt, z.B., da eine Kamera vom Himmel fällt, oder, da sein vermeindlich toter Vater wieder auftaucht. Für die Schauspieler und den Produzenten der Show, Christof, wird es zunehmend schwerer, Truman innerhalb des Gebietes zu behalten.
Die Story ist außergewöhnlich, mit Wendungen gespickt, verläuft aber dennoch wie ein roter Faden auf das geniale Ende hinaus. Die Charaktere sind hervorragend gelungen. Truman ist sehr emotional und scheint sehr kindlich geblieben zu sein. Die Schauspieler sind kaum zu charakterisieren, da sie sich den ganzen Film über verstellen müssen. Christof ist ein Künstler aus dem Bilderbuch, er hat keinen Skrupel und scheut am Ende nicht einmal davor zurück, Truman zu töten. Der Anfang zieht sich ein wenig in die Länge. Wennn man nicht weiß, worum es eigentlich geht, schaltet man vermutlich ab, wenn man sich die grobe Handlung durchgelesen hat, wird man auch mit dem Anfang leben können. Der Mittelteil, in dem Truman der Realisierung seines Traums, nach Fidschi zu fliegen immer näher kommt und die Intrige um ihn aufzudecken beginnt, ist der Film sehr spannend und entwickelt einen hohen Unterhaltungswert. Im späten Mittelteil kommt dann die eigentliche Auflösung, da man alle Hintergründe der Serie durch ein Interview mit dem Produzenten Christof erfährt. Das Ende ist brilliant und enorm spannend. Die Frage, ob Christoph Truman wirklich töten lässt bleibt lange offen. In der letzten Szene verlässt Truman dann sein "Gefängnis" und durchschreitet die Tür in die Freiheit. Der Zuschauer wird zufrieden, aber nachdenklich zurückgelassen.
Der Film ist keine Komödie und nicht so lustig, wie er laut Trailer zu sein scheint, es gibt ein paar durchaus lustige Stellen und den ganzen Film über einen bitterbösen Sarkasmus, aber er ist dennoch mehr ein Drama mit Tendenz zur Tragi-Komödie. Bei den Golden Globes wurde er ja auch in der Kategorie Drama und nicht Komödie nominiert.
Ich habe selten einen Film gesehen, der beim Zuschauer solch starke Gefühlsschwankungen hervorrufen kann, er ist lustig, trautig, spannend und bissig. Die Truman-Show ist ein Juwel des modernen Films.
Darüber hinaus hat die Truman-Show eine enorm große Tiefe, sie stellt bereits vorhandene Reality-Shows nur übertrieben dar und wirft natürlich auch einen äußerst kritischen Blick darauf. Ich hoffe, dass die, in Peter Weirs Satire dargestellten Ereignisse niemals stattfinden, zumal wir kommen der Sache immer näher kommen. Noch vor 20 Jahren wäre Big Brother undenkbar gewesen. Vor allem die Darstellung und Skrupellosigkeit des Christof trägt hervorragend dazu bei.
Bei dem Film wurde auf jedes, noch so kleine Detail geachtet. Allein schon die Namen der Personen, so steht Truman für true man (echter Mann), da er die einzige wirklich echte Person in der ganzen Sendung ist. Deshalb heißt seine Frau auch Meryl und sein bester Freund Marlon, da sie an Meryl Streep und Marlon Brando erinnern sollen. Der Produzent heißt Christof, damit ist Christus gemeint, da in der Sendung, in seiner eigenen kleinen Welt, Gott spielen kann. Die Hintergrundmusik ist hervorragend gewählt und untermalt die, im Zuschauer entstehenden Gefühle optimal.
Die Zuschauer der Sendung sehen Truman von morgens bis abends zu, da er auf sie beruhigend wirkt, die Ausmaße einer solchen Sendung sind an ein paar Zuschauern wirklich gut verdeutlicht.
Der Zuschauer selbst sieht den Film größtenteils selbst durch die, in der Show verwendeten Kameras und wird damit selbst ungewollt zum zuschauenden Voyeur gemacht.
Jim Carrey, der Truman verkörpert, ist in der mit Abstand besten Rolle seiner Karriere zu sehen und hat den Golden Globe voll und ganz verdient, lediglich die 2 Szenen, in denen er übertrieben hysterisch wird, gefallen mir nicht. Ed Harris ist noch besser, er spielt den Christoph herausragend, dies ist eine der besten Leistungen, die ich jemals sehen durfte. Der Golden Globe und die Oscar-Nominierung sind in jedem Fall gerechtfertigt und es ist sehr bedauerlich, dass er Letzteren nicht bekommen hat. Die anderen Nebendarsteller sind ebenfalls hervorragend.
Auch, wenn er andere große Filme geschaffen hat, ist dies der mit Abstand beste Film von Regisseur Peter Weir, der ebenfalls zurecht für den Oscar nominiert wurde.
Zusammenfassend ist die Truman Show einer der besten Filme überhaupt, da er durch eine einzigartige, unvorhersehbare und brilliante Handlung glänzt, Dramatik, Humor, Sarkasmus und Thrill enthält und darüber hinaus durch perfekte Darsteller glänzt. Peter Weir schuf eine brilliante Vision über einen gläsernen Menschen, der nie allein und unbeobachtet ist.

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