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Die Nacht war heiß, der Typ ein Traum. Doch anrufen? Nie! Lieber hockt Cora leidend vor dem Telefon. Sex and the City in Berlin.

Tick Cora noch richtig? Will endlich den Mann fürs Lebeb, weil sie schon neunundzwanzigdreiviertel ist, benimmt sich aber durchgeknallter als die gesamte "Sex and the City"-Damenriege auf PMS: Vor drei Tagen hatte sie den besten Sex ihres Leben, ist aber zu feige, den Kerl anzurufen, damit eine Beziehung draus wird. Mutig räumt Ralf Huettner mit dem Mythos auf, Frauen gingen mit Gefühlen besser um als Männer. Ha! Während Cora (großartig: Gruschenka Stevens) einen langen Samstag zwischen Hysterie und Selbstmitleid auf den Anruf ihres Herzbuben (Tim Bermann) wartet, tut sie so, als wäre sie der erste Mensch, für den Liebe harte Arbeit ist. Nicht zum Aushalten. Das findet auch ihre beste Freundin Jo (Jasmin Tabatabai)

Huettners Adaption des Bestsellers von Ildiko von Kürthy ist, als würde man Freundinnen auf der Damentoilette belauschen. Lehrreich. Entlarvend. Und witzig. Nie hat man so viel über weibliche Problemzonen erfahren, eingebildete und echte. Leider übertreibt es der Münchner Regisseur mit dem schicken Styling, klaut optische Gags bei "Ally McBeal" und verhilft der Popgruppe Reamonn zu einem fragwürdigen Werbeauftritt. Aber die Botschaft "Es gibt keine Regeln in der Liebe" vermittelt der Film so sympathisch, dass man diese Regelverletzungen gern verzeiht.7/10

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