Eigentlich schaffen es ja deutsche Beziehungskomödien inzwischen nur noch ins Sonntagabendprogramm, doch bei "Mondscheintarif" wurde mal eine Ausnahme gemacht.
Lohnen tut sich das durchaus, denn der Dauerbrenner in den Buchhandlungen wurde durchaus werkgetreu umgesetzt.
Der Plot ist denkbar einfach: Cora wartet auf den Samstagabendanruf ihrer Bekanntschaft Dr.Daniel Hoffmann, mit dem sie vor drei Tagen nach einigen Dates das erste Mal Sex hatte, doch er ruft und ruft nicht. Zwischen Hoffnung und Verzweiflung läßt sie ihre Bekanntschaft und ihr sonstiges Leben noch einmal Revue passieren.
Ergo spielt der Rahmen zwischen 18.00 Uhr abends und 01.00 Uhr morgens, während wir die Geschichte in Rückblenden erzählt bekommen. Das Drehbuch hat nur marginale Veränderungen vorgenommen, hier und da gestrafft oder gedehnt und ein paar Geschehnisse örtlich oder zeitlich ausgetauscht. Ansonsten ist der Kern des überraschend witzigen Buch durchaus erhalten geblieben.
Zahlreiche witzige Einfälle, die bisweilen deutlich an "Ally McBeal" gemahnen, frischen das Geschehen ständig unterhaltsam auf, wie überhaupt der ganze Tenor der Produktion leicht und federweich ist.
Leider fehlt es jedoch an einer deutlichen eigenen Handschrift des Regisseurs, um den Film in Kassenschlagernähe zu rücken. Zu wenig überspitzt die humorigen Einlagen, zu natürlich inszeniert die Hauptfigur (leicht wie luft heruntergehaucht von einer Gruschenka Stevens, die dem gängigen Schönheitsideal mal so gar nicht entspricht), die bisweilen notwendig akzentuierte Szenen im O-Ton verhaucht und nicht griffig genug raushaut. Jasmin Tabatabai gibt einen kräftigen Support, während "Echte Kerle"-Star Tim Bergmann ein wenig zu profillos rüberkommt, so daß sich eine wirklich echte Chemie nicht einstellen will, der Mann vielmehr ein Rätsel bleibt.
Darüber hinaus inszeniert Ralf Hüttner das gesprochene Innenleben seiner Protagonistin im direkten Kontrast zu ihrer sehr seltsam ausgestatteten riesigen Mietswohnung, zwar als Anlehnung, daß die Räume ihr Kopf sein sollen, aber dennoch zu unfokussiert, um das deutlich rüberzubringen. Leider fällt auch der Schluß gegenüber dem Roman leider etwas ab, an Konventionalität kaum noch zu überbieten. Aber die guten Jokes und die erntefrischen Darsteller helfen über so manches Loch hinweg. (7/10)