Review

"Das Reich und de Herrlichkeit" basiert auf einem Roman von Thomas Hardy, den Michael Winterbottom in die unwirtlichen verschneiten Berge Kaliforniens im Jahr 1867 verlegt hat. Wie ein Patriarch herrscht Daniel Dillon über seine Stadt "Kingdom come", bis die Ingenieure des Eisenbahnbaus und seine Frau und seine Tochter, die er vor 20 Jahren für diesen "Claim" (so der Originaltitel) an einen Goldgräber verkauft hat, in seine Stadt kommen. Seine Frau ist todkrank, seine Tochter weiß nichts von seiner Vaterschaft.
Es ist ein ungemein dichter und eindrucksvoller Film mit mit einer beeindruckenden Darstellerriege (Peter Mullan, Milla Jovovich, Wes Bentley, Nastassja Kinski) und großartigen Bildern: Die eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen fast schwarz-weiß mit großen Brennweiten, die Innenaufnahmen warm und intim, Interaktionen zwischen Personen durch eine Steadycam sehr nah. Dazu kommen großartige Bilder, etwa ein galoppierendes, brennendes Pferd oder oder ein Haus, das an einem Berghang gezogen wird (Fitzcarraldo lässt grüßen).
Thematisch geht es um Schuld und Sühne und damit eher um König Lear als um einen traditionellen Western, doch auch die ungemein authentische Darstellung der Zeit und die Thematisierung der Pionierleistungen machen diesen Film (mit Anklängen an "McCabe und Mrs. Miller", aber durch die Siedlungsbau in Folge der Eisenbahn auch an "Spiel mir das Lied vom Tod") zu einem Leckerbissen für Fans authentischer Westernschilderungen.
Ich kann nicht nachvollziehen, dass der Film hier mehrfach mit bnur einen oder zwei Punkten gewertet wurde! Sicher, wer bei Western etwas wie "Zwei glorreiche Halunken" erwartet, wird ebendso enttäuscht wie jemand, der mit Dramen nicht viel anfangen kann - der Film ist kein Thriller. Dass der Film aber eine durchgehend hohe Qualität hat, müsste eigentlich jeder sofort spüren....

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