Filmfour bringt eigentlich immer soldie Qualität hervor, so geht’s auch mit „Lucky Break“, erneut einer harmlosen, aber pointierten Komödie um skurile britische Halbweltgestalten, die sich zum Besseren wenden.
Hier sinds die Sträflinge einer Haftanstalt, die türmen wollen, speziell zwei glücklose Bankräuber Jimmy und Rudy und zu diesem Zweck die Gründung einer Theatergruppe fördern im Knast fördern, weil der Aufführungsort, die Anstaltskapelle, einen Ausbruch am ehesten möglich macht.
Was „Lucky Break“ nicht hat, sind wahre Überraschungen. Was er hat, ist so ziemlich sonst alles, was in so einen Film reingehört. Natürlich bringt die Gleichung Knackis + Theater viele Situationen zum Schmunzeln hervor, vor allem wenn es ein pathetisches Admiral Nelson-Musical ist. In die Ausbruchsgedanken platzt die Liebe Jimmys zu der Sozialbeautragten Annabel, ein Bösling drängt sich zwischen die Männer, für tragische Momente sorgt zudem das Schicksal von Jimmys Zellengenossen Cliff. Am Ende folgt natürlich die große Sause, die ganz so ausfällt, wie wir sie uns im Ablauf vorgestellt haben. Drei Freunde entkommen, Jimmy hört auf sein Herz, der Bösewicht wird weiter verknackt, die Aufführung ist ein Erfolg und alle sind glücklich.
Gute Darstellungen gibt es hier zuhauf, vor allem Altstar Christopher Plummer als theatersüchtiger Direktor zieht ordentlich vom Leder. Auch Bill Nighy als Dandy (man kennt ihn aus „Natürlich Liebe“ ganz anders) kann durchaus gefallen. Ansonsten versucht „Ganz oder gar nicht“-Regisseur Peter Cattaneo ein bißchen Realismus in den Film einziehen zu lassen, aber die ganzen „märchenhaften“ Elemente stoßen sich etwa mit Timothy Spalls traurigem Schicksal. Vielleicht bemüht sich James Nesbitt in der Rolle des Jimmy auch deswegen um mimische Zurückhaltung, denn einen Hauptdarsteller, der sich weniger in den Vordergrund spielt, hat man selten gesehen. Dafür bieten die Nebenrollen aber wieder schräge Typen en masse aus der Gangster- und Knastischmiede.
Leider wirkt das Ende überlang und antiklimatisch aufgebaut, mit dem Theatersujet wird letztendlich zu wenig angefangen, zu sehr ist man damit beschäftigt, gängige Zuchthausfilmklischees abzuhaken. Ingesamt gesehen konnte sich der thematisch ähnlich gelagerte „Greenfingers“ jedoch gegenüber „Lucky Break“ hervortun, indem er sich verstärkt einigen wenigen Figuren widmen konnte, während der Tenor hier zwischen zu vielen Rollen auf einmal hin- und hermäandert. Trotzdem sympathisch. (6/10)