RED TO KILL beginnt mit chinesischen Texttafeln, die uns erklären, welche Mission der Film verfolgt. Es geht um sexuelle Übergriffe auf geistig Behinderte, die oftmals ungeahndet bleiben, da die Opfer nicht in der Lage sind brauchbare Aussagen zum Tathergang zu äußern.
Ming ist eine geistig zurückgebliebene junge Frau. Als ihr Vater bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt, wird sie in ein betreutes Heim eingewiesen. Zeitgleich macht ein Serienvergewaltiger die Gegend unsicher, und es dauert nicht lange und Ming fällt ihm zum Opfer. Vor Gericht kann sie sich nicht richtig artikulieren und da sie behindert ist, schenkt man ihr keinen Glauben. Der Täter wird frei gesprochen, doch Ming ist immer noch im Visier des Wahnsinnigen…
RED TO KILL ist eine Mischung aus Horrorthriller und Vergewaltigungsdrama, mit anderen Worten ein ziemlich herbes Filmchen, womit es zu Recht das CAT-III-Siegel aufgedrückt bekommen hat.
Wegen üppiger Gewaltszenen braucht man den Streifen zwar nicht kucken, Blut fließt hier nämlich kaum. Das Highlight in Sachen Gore gibt’s im Finale, in welchem der böse Stecher in eine Kreissäge fällt. Trotzdem ist RED TO KILL aber als ordentlich hart einzustufen, was er seinen überaus brutalen Vergewaltigungs-Szenarien zu verdanken hat. Besonders eine Rape-Szene wird so unerträglich detailliert und ausgedehnt dargestellt – eben wie in „Irreversible“ nur nicht ganz so realistisch anmutend.
Die Darsteller, die Kulissen, die Kameraführung sind – ganz im Stil klassischer Hongkong-Actionfilme – nicht ganz so der Bringer. Besonders die Schauspieler zeichnen sich hauptsächlich durch ihr Overacting aus. Allen voran: der Vergewaltiger. Hat dieser nämlich erst einmal seine bürgerliche Maske abgelegt, mutiert er zum Superpsycho, der jedem Halsschlagader rausquetschenden Wrestler alle Ehre macht, sprich: ein Muskeltonus kurz vorm Platzen des Bizeps und ein Choleriker im Kinski-Format, allein der Schaum vorm Mund fehlt.
„ICH KÜSSE DICH BIS DU TOT BIST!“
Die Identität des brutalen Vergewaltigers wird zu Beginn versucht im Dunkeln gelassen zu werden, der geschulte Zuschauer hat aber nach ca. 10 Minuten heraußen, wer hinter dem Triebtäter steckt, kommen ja jetzt auch nicht sonderlich viele dafür in Frage…
Als besonders gelungen ist hier die Atmosphäre zu beschreiben, dem gekonnten Einsatz von blauem Licht bzw. Blaulichtfiltern sei Dank. Niederschmetternd trist, stockmauernfinster und ausweglos hoffnungslos sind da nur einige Schlagwörter, die ganz gut als Werbezeile gepasst hätten.
„ZU TODE WERD ICH DICH FICKEN!“
Fazit:
Ziemlich herbes, sickes, von der Stimmung her lückenlos düsteres Filmchen. Garantiert nichts für die breite Masse. Wer Filmen wie „Untold Story“, „Ebola Syndrome“, „Run and Kill“ oder „Dr. Lamb“ etwas abgewinnen konnte, kann auch hier bedenkenlos reinkucken.