Bücher sind besser als Filme?! Oft stimmt das wohl...aber es gibt auch Ausnahmen. Insofern ist Trainspotting eine dieser Ausnahmen. Ich will jetzt nicht sagen, dass Trainspotting als Film wirklich besser ist, als das Buch von Irvine Welsh - mittlerweile Kultautor aus England, aber er hat für mich mindestens den gleichen Stellenwert. Mit Trainspotting ist wirklich mal eine richtig gute Verfilmung eines erstklassigen Buches - Geschmacks bedingt gutes Buch natürlich, denn im Deutschunterricht wird so ein Buch wohl niemals einen Platz finden - geglückt. Danny Boyle hat aber auch die richtige Besetzung für einen derartigen Film gefunden.
Allen voran Iwan McGregor als Mark "Rent Boy" Renton ist absolute Creme de la Creme, was eine perfekte schauspielerische Leistung betrifft. Er verkörper die Rolle des abgefuckten Drogensüchtigen so gut, dass man wirklich begreifen kann, was Heroin mit einem anstellen kann. Gut bei dieser Vorlage von Irvine Welsh kann man auch sagen, es ist für Boyle nicht wirklich schwer gewesen, seinen Charakteren zu vermitteln, wie sie spielen sollen. Meiner Meinung nach schmälert aber dies die guten bis sehr guten darstellerischen Leistungen in keinster Weise.
Francis Begbie (gespielt von Robert Carlyle) ist der Psychopat der Truppe. Allein die Szene, wo er einfach einen Bierkrug vom Balkon einer Bar schmeißt und dann unten eine Schlägerei anzettelt ist nicht von dieser Welt. Ich glaub, ich konnte beim ersten Mal meinen Mund vor Staunen nicht mehr zubekommen. Ein weiterer Teil dieser verrückten Clique ist Daniel "Spud" Murphy (Ewen Bremner). Wer hätte es gedacht, natürlich auch Drogen abhängig...Spud ist der Inbegriff eines Looser. Großes Kino ist, als er bei einem Vorstellungsgespräch voll zugedröhnt auf einen derart krassen "Film" kommt, das für den Zuschauer alles aus zu sein scheint und man sich vor Lachen nicht mehr halten kann. Urkomisch ist auch die Szene im Park, als Renton und David "Sick Boy" Williamson (Jonny Lee Miller) nichts besseres zu tun haben, als mit ihrem Luftgewehr nette kleine Pitbull-Terrier von Nazis abschießen müssen...was passiert, wenn man eine schlafende Kampfmaschine abschießt, muss ich wohl nicht näher erleutern, oder?
Aber es gibt einfach so viele skurrile, komische, lustige, harte(zuweilen auch über die Schmerzgrenze) und oft bis in den Surrealismus (Tauchen in ein Klo?!) gehende Szenen, die man nicht wirklich erklären kann und will, da sie nicht zum Erzählen von Danny Boyle gemacht wurden, sondern zum anschauen...
Fazit:
Trainspotting ist für mich einer der besten "Drogenfilme", die es gibt. Der Film hat ein Tempo, das seines gleichen sucht. Er ist witzig, skurril, bestückt mit coolen Sprüchen (überhaupt von einem gewissen Begbie) und äußerst kurzweilig. Man kann sich den ganzen Film nicht entscheiden, welche Person man am besten findet...
Dieser Film steht auf einer Stufe mit "Fear and Loathing in Las Veags"!! Pflichtlektüre (Buch und Film)
10/10 Punkte
P.S.: Porno - angeblich schon mal abgedreht, aber wieder eingestampft - ist Trainspotting 10 Jahre danach...auch eine absolute Pflichtliteratur für alle die Trainspotting lieben gelernt haben...