Wilde Prügel aus Fernost
Das Remake zu einem Remake zu einem Remake … so oder so ähnlich könnte der vermeintlich neue Knast-Rache-Kracher bezeichnet werden. "Sasori: Scorpion" war vorgestern, "Kill Bill" gestern und "Sasori" heute. Warum?
Nami (Miki Mizuno) steht bei einem Überfall vor der Wahl: Soll ihr Freund getötet werden oder tötet Sie auf Anweisung die Schwester Ihres Freundes. Sie entscheidet sich zu letzterem und landet im Frauenknast. Hier wird ausgiebig geprügelt, vergewaltigt und im leicht bekleidet Schlamm gewälzt. Nach unzähligen Knast-Fights und Entledigung der ihr böse gesonnenen Mitinsassen findet sie sich an einem Galgen ähnlichen Gerüst baumelnder Weise wieder. Am Rande des Todes, eingesackt und verscharrt, erwacht sie beim Corpse Collector (Simon Yam).
Und jetzt sollten in "Kill Bill" Manier wahrhaft die fetzen fliegen – doch hier versagt der Film. Wo Choreographien der Kampfszenen bitter nötig gewesen wären, wird dem schon müde gewordenen Zuschauer ein furioses Schnitt-Massaker mit herumfliegenden Bösewichtern, mit guter alter Seiltechnik (!), und einer "bös-niedlich" dreinschauenden Kampfamazone in Nutten-Stiefeln dargeboten. Unterbrochen wird die öde Kampfakrobatik durch schwülstige Rückblenden mit Softporno-Musikuntermalung und ärgerlich vorgetragenen Dialog-Fetzen. Dumm wenn man das Filmpulver bereits in den Knast-Szenen verschossen hat.
Technisch gesehen kann der Film nur durch seine kunstvoll bebilderte Kameraarbeit überzeugen. Leider missbraucht Regisseur Joe Ma diese für sein Faible für unzählige Aneinanderreihungen langer Einstellungen, die wirklich so gar nichts zum Geschehen beitragen. Das ermüdet und ist Hinweis auf Mas vorhergehenden Arbeiten die ein Mix aus Romatic-Comedy und Action darstellten – und hier lieben die Asiaten puren Kitsch.
Was darstellerische Leistungen anbelangt – Fehlanzeige. Wenige Dialoge sind vorzutragen – hauptsächlich wird auf Böse gemacht. Selbst Actionstar Simon Yam darf mit gefärbten Augenbrauen nur ein paar Knurrlaute aufsagen und seine Kampfkunst in schnell geschnittenen Trainingsübungen vorführen.
Fazit: Behäbiges Drama, das eigentlich ein harter Actionfilm sein wollte aber durch seinen kitschigen Genre-Mix und der Überstrapazierung von Rückblenden sehr ermüdend ist.
Für diesen drögen Sushi-Abend gibt es nur 4 von 10 Hoso-Makis mit einem Schälchen Wasabi für die Tränendrüse