Sasori – Besessen von Rache
(Sunfilm/Tiberius Film)
Sasori! Ein Titel, der wie ein Kampfschrei die Herzen der Asian- Filmfans aufblühen lässt, und jedem noch so hartgesottenen Zeitgenossen ein verzücktes Lächeln ins Gesicht zaubert! Als sich Anfang der 70er in Japan das Genre der Ping Eiga etablierte, welches Sex und Gewalt kombinierte, kam es zu einer Reihe von Veröffentlichungen, die in Fankreisen mittlerweile einen (auch künstlerischen) hohen Stellenwert besitzen. Neben den Klassikern wie Okami oder Lady Snowblood gab es eben auch die Reihe um Sasori – Scorpion, welche eine starke Frau als Protagonistin hatte, die sich einer von Männern dominierten Welt entgegenstellt. Regisseur Shunya Ito schuf einen Meilenstein des Genres, der später Quentin Tarantino, ein Fan der Sasori – Reihe, beeinflusste und Motive in seine Kill Bill Filme einbaute. So kann nun der vorliegende Film Sasori, veröffentlicht in seiner ungeschnittenen Version durch Sunfilm/ Tiberius Film, damit werben „das bombastische Remake der Vorlage von Quentin Tarantinos Kill Bill“ zu liefern.
Die Geschichte handelt von der jungen Hei Tai (Miki Mizuno), die von profikillern gezwungen wird, ihre chwägerin zu töten. Bei der nun folgenden Haftstrafe muss sie durch hartes Training lernen, sich gegen die brutalen Mitinsassen zur Wehr zu setzen. Getrieben von Rache flieht sie, um die Killer und ihre Auftraggeber zu töten, gerät jedoch immer tiefer in einen Strudel aus Verschwörung und Gewalt.
Regisseur Joe Ma (Love Undercover I-III, 1:99) liefert mit seinem Remake der stilbildenden 70er Jahre Reihe einen stylischen, ruhigen aber teils intensiven Beitrag des Revenge- Movies. Getragen wird der Film durch seine immer präsente, charismatische Hauptdarstellerin Miki Mizuno (Hard Revenge, Milly: Bloody Battle, Dream), die ihre Rolle der erst gepeinigten, später sehr resoluten Hei Tai perfekt verkörpert. Aber auch die restlichen Darsteller, allen voran der bekannte Simon Yam (Sparrow, die Tactical Unit – Reihe, Election 1 & 2) tragen zu dem durchweg positiven Gesamteindruck von Sasori bei.
Allerdings hapert es bei der aktuellen Verfilmung an den Fähigkeiten des Regisseurs, dem es nicht gelingt, die die düstere und kompromisslose Grundstimmung des Originals einzufangen, sondern stattdessen seinen Film in zwei visuelle Hälften zu spalten, und den Film dadurch in zum Teil abstruse Gefilde abschweifen zu lassen. Hier sind zum Beispiel die Kämpfe zu erwähnen, wo die Gegner plötzlich in der zweiten Hälfte des Filmes übernatürliche Kräfte besitzen, und plötzlich schwerelos durch die Szenerie fliegen können. Hierbei wird durch ein wahres Schnittmassaker versucht, dieses Defizit aufzufangen, was aber leider nicht sehr erfolgreich ist. Auch die Geschichte driftet in der zweiten Hälfte in den Bereich des Trash ab, wo es weniger darum geht, die anfangs begonnen Story aufzulösen, als mehr darum, ein immer größeres Feuerwerk an Ideen unter einen Hut zu bringen.
Einzig die optische Umsetzung kann als gelungen betrachtet werden, denn hier gelingt es dem Regisseur gerade zu Beginn, eine trostlose Grundstimmung zu erzeugen, und dem Zuschauer alleine über die Atmosphäre einen tiefen Einblick in das Seelenleben der Protagonistin zu vermitteln.
Somit bleibt als Fazit ein sehr zweigeteilter Film, der zu Beginn wirklich gelungen den Gefängnisalltag bis auf diverse Klischees darstellt, jedoch mit fortschreitender Lauflänge immer mehr sein Terrain verlässt, und damit auch seine Qualität einbüsst.
Jedoch bietet Sasori für Freunde des Genres eine gelungene Abwechslung, die zwar nicht an die hohe Qualität des Originals heranreicht, jedoch trotzdem sehr gut zu unterhalten weiß.
CFS