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Einmal mehr verdächtigt sich eine Gruppe Eingeschlossener gegenseitig, während ein Psychopath umgeht und sich einen nach dem anderen schnappt.
In den letzten Jahren ein beliebtes Sujet im Horror-Bereich, doch selten punktet es, weil es dem Geschehen an Abwechslung, den Figuren an Charakterzeichnung und dem Treiben des Killers an blutigen Spannungsmomenten mangelt, - und in genau die Kerbe schlägt diese niederländische Low-Budget-Produktion.

Der Einstieg ist bereits unglücklich gewählt, als sich die Hauptfiguren auf einer Game-Convention im Pulk befinden und dem Spiel-Entwickler lauschen, der soeben die Fortsetzung eines großen Games vorstellt.
Sechs Personen erhalten derweil eine SMS, wonach sie sich im großen Gebäude einschließen lassen sollen, um an einer neuen Erfahrung teilzunehmen: Dem Reality-Spiel auf Leben und Tod…

Leider findet sich in der Gruppe niemand, der zum Mitfiebern einlädt. Es handelt sich um coole, teilweise abgebrühte Computer-Zocker, denen jegliche Charaktertiefe fehlt.
Myrna, Mike, Xander, Lianne und Corinne sehen zwar unterschiedlich aus, eine ist vielleicht etwas ängstlicher, andere eher forsch vorgehend, doch aufgrund sehr weniger Dialoge ist die Nähe zu den Figuren recht distanziert und niemand sticht wirklich hervor.

Ein weiteres Problem ist, dass zuviel Zeit mit zu wenigen Personen verbracht wird, denn nachdem man einen Schwerverletzten in der Großraum-Küche findet, werden innerhalb kurzer Zeit zwei Personen um die Ecke gebracht (eher unspektakulär und nicht allzu blutig), es bleiben nur drei Figuren übrig und die trennen sich wiederum zeitweise auch noch und latschen alleine durch die Gegend. Sonderliche Abwechslung verschafft so etwas kaum.

Zudem ist über weite Strecken keine reale Bedrohung spürbar. Denn nachdem der Killer zuschlägt taucht er lange Zeit unter, während die Überlebenden damit beschäftigt sind, sich einerseits gegenseitig zu misstrauen und andererseits einen Weg durch den Lüftungsschacht zu finden, was meistens per Funk stattfindet, indem einer den Weg auf der Karte angibt und der andere entsprechend krabbelt. Natürlich findet man keinen Ausgang und man muss sich schon fragen, warum die nicht schlichtweg gemeinsam krabbeln.
Und anstatt mit Emotionen zu punkten und gegenseitiges Misstrauen zum Psycho-Terror zuzuspitzen, reicht den Protagonisten meistens eine kurze Frage und das Miteinander ist wieder hergestellt.
Auch in diesem Punkt reizt man die Möglichkeiten der Prämisse zu wenig aus.

Allerdings ist nicht alles an „Deadly Game“ zu bemängeln. Beispielsweise ist die visuelle Umsetzung phasenweise gar edel ausgefallen. Die Farbgebung im metallisch glänzenden Blau wirkt teilweise atmosphärisch und die Kamera, um variable Perspektiven bemüht, etwa, aus Sicht einer Scheibe, als versucht wird, diese zu durchbrechen, bewegt sich stets sicher.
Ferner agieren die unbekannten Gesichter überwiegend glaubhaft, kein Overacting, keine falsche Zurückhaltung, mehr ist aufgrund des schwachen Drehbuchs halt nicht zu erreichen.

Ein weiterer Pluspunkt stellt das Timing dar, denn trotz einiger sich wiederholender Elemente, wird ein passables Erzähltempo gehalten, während man die Schraube für den Showdown angemessen anziehen kann. Inhaltlich mag es da für den einen oder anderen Betrachter zum überraschenden Plot Twist kommen, aufmerksame Zuschauer dürften jedoch frühzeitig die zahlreichen Hinweise zu einem Ganzen sortiert haben, wonach größere Überraschungen ausbleiben.

Als reiner Slasher funktioniert der Streifen ergo nicht, dafür ist er zu unblutig ausgefallen und legt es zu selten auf Konfrontationen an.
Inhaltlich geschieht einfach zu wenig und obwohl man innerhalb der kurzen 75 Minuten passabel unterhalten wird, führen oben genannte Defizite letztlich dazu, dass man sich an „Deadly Game“ nicht allzu lange erinnern wird.
Brauchbar, wenn man mit Nebentätigkeiten beschäftigt ist,
5 von 10

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