Howard Langston hat es mal wieder verbockt und es nicht zu Sohnemanns Veranstaltung geschafft. Junior ist also sauer, aber es ist fast Weihnachten und mit dem passenden Geschenk lässt sich jede Liebe wieder herstellen. So die Ausgangslage der von Brian Levant inszenierten Komödie mit Arnold Schwarzenegger als gestresstem Paps, der an Heiligabend noch die Geschäfte nach einer „Turbo Man“-Actionfigur abklappert.
Das klingt wie eine Basis für eine feine Satire über Konsumwahn und kurz schafft „Jingle All the Way“ das sogar mal, wenn die das Geschäft stürmenden Einkaufsberserker mit „It's the Most Wonderful Time of the Year" unterlegt werden.
Abseits dessen bleibt der comichaft anmutende Streifen beim Slapstick, wenn sich Howard mit dem ebenfalls nach der Figur suchenden Myron (Sinbad) duelliert. Denn Väter, die ihren Söhnen das Teil nicht beschaffen, sind Versager. An solchen Botschaften ist der Streifen nicht arm. Nebenbei gräbt ein Nachbar noch an Howards Frau herum und ein Cop dient als Running Gag. Könnte alles witzig sein, ist es aber nur sehr selten, denn Humor und Gefühl für Timing waren hier wohl gerade beim Geschenke auspacken. So geht die Hatz mit Arnie, der hier völlig ohne Not besetzt wurde, in diesem all-American-Family-Kitsch und dem Abfeiern des Kommerzes bis zu dem beknackten und mies getricksten Finale emotional spurlos an mir vorbei.
„Put that cookie down! Now!“
Auch wenn gegen Ende mal kurz vom kleinen Anakin ein weihnachtlicher Gedanke Besitz ergreift, so zieht die Komöde ihren „Reiz“ entweder aus dem Abfeiern des Materiellen zum Fest oder den schmierigen Annäherungsversuchen des Nachbarn. Beides ist wenig witzig umgesetzt, sieht mitunter (gerade im Finale) schlimm aus und nicht einmal Arnie kann das Ganze retten. Und das will schon was heißen.
Man kann „Jingle All the Way“ zugutehalten, dass er immerhin nicht langweilig ist und sich stets darum bemüht, dass immer irgendwas passiert. Er ist dennoch einfach ziemlich dämlich und genauso ein Plastikprodukt wie das, dem hier hinterhergejagt wird.