Der Film entstand ein Jahr nach "Saturday Night Fever" und versuchte natürlich auf der damaligen Disco-Erfolgswelle 77/78 erfolgreich mitzuschwimmen, was ihm nach meiner Ansicht sehr gut gelungen ist.
Die Handlung ist mit damaligen ziemlich erfolgreichen Disco-Hits (La Bionda, Amanda Lear, Bernie Paul) unterlegt, am Anfang hat sogar Thomas Gottschalk als DJ in einer Diskothek einen Gastauftritt.
Der Film vermittelt durch die Kombination gekonnter Reiseaufnahmen und flotter, ansprechender Musik ein intensives Urlaubsfeeling und fängt die Atmosphäre Ibizas sehr dicht ein. Allein die Käfer-Cabrio-Fahrt nach Ibiza lässt Reiselust aufsteigen, die sich wirkungsvoll auch auf den Zuschauer überträgt.
Ich würde den Film als gekonnte europäische Antwort auf
"Saturday Night Fever" einstufen. In beiden Filmen steht die Wandlung eines Hauptdarstellers im Vordergrund, und die Botschaft ist deutlich: Lieber Qualität, also feste Beziehung - statt Quantität denn weniger ist eben mehr!
Überzeugende Darsteller, Humor und viel Musik, eine flüssige Handlung ohne Leerlauf, und letztendlich gute Kameraarbeit machen ihn zu einem heimlichen Klassiker, der von allen deutschen Produktionen noch am besten das typische - und vor allem einmalige Party-Feeling der ausklingenden 70'er Jahre, einfängt.
Aus pädagogischer- und moralischer Sicht wurde dem Film seitens der damaligen Kritik vorgeworfen, daß er sexuelle Freizügigkeit als Emanzipation und modernes Lebensgefühl verkaufen will. Diese Kritik ist mit objektiven Kriterien, mit Sicherheit berechtigt - was auch noch so nebenbei, auf viele Sexfilme der 70'er zutrifft.
Meine vier persönlichen Lieblingsmusikfilme der 70'er Jahre wären demzufolge also auch gleichzeitig die erfolgreichsten: "Saturday Night Fever - Nur Samstag nacht", "Her mit den kleinen Engländerinnen" , "American Graffity" und - natürlich: "Summer Night Fever".