Review

Paul Naschy Retrospektive #2 


Weiter geht es mit COUNT DRACULA’S GREAT LOVE [El gran amor del conde Drácula] (1972) von JAVIER AGUIRRE, auch hier stammt das Drehbuch wieder von PAUL NASCHY himself, wie gewohnt erleben wir deshalb eine ganz eigene Interpretation eines klassischen Gruselstoffes. Mit JAVIER AGUIRRE, der im Laufe seine Karriere um die 30 Kurzfilme gedreht hat, verbindet NASCHY noch zwei weitere Filme, zum einen meinen Lieblingsfilm des sympathischen Spaniers DIE STUNDE DER GRAUSAMEN LEICHEN [El jorobado de la Morgue] (1972) und zum anderen THE KILLER IS ONE OF 13 [El asesino está entre los trece] (1973) in dem Naschy aber nur ein kleinere Nebenrolle hat. 

In COUNT DRACULA’S GREAT LOVE schlüpft Naschy erstmalig und einmalig selbst in die Rolle des Fürsten der Dunkelheit. VIC WINNER aka Víctor Alcázar befindet sich mit vier wunderhübschen Grazien (Rosanna Yanni, Haydée Politoff, Mirta Miller und Ingrid Garbo) auf einer Reise, die sie durch ein Gebiet führt in dem natürlich eine verlassene Burg, eine Art Sanatorium inklusive dazugehöriger Schauergeschichten beherbergt sind. Wie zu erwarten haben die fünf Reisenden mit ihrer Kutsche eine Reifenpanne und suchen Zuflucht beim aktuellen Hausherren Dr. Wendell Marlow (Paul Naschy), welcher verdächtig blass daher kommt. Nur durch echt Liebe, die er mit einer dieser Frauen sucht, lässt sich der Bann des Fürsten Dracula brechen. Ganz großartig ist der Aufritt von JOSÉ MANUEL MARTÍN, bekannt aus unzähligen spanisch/italienischen Western-Produktionen, als ein durch Dracula zum Vampir gewordenen Berserker. Ansonsten bietet der Film auch gerne mal die ein oder andere blanke Brust, diese stammen in der von mir gesichteten Fassung allerdings aus einer anderen Quelle, was auf eine Zensur für das spanische Publikum schließen lässt. 

Auch wenn mir PAUL NASCHY als wütender Werwolf WALDEMAR DANINSKY besser gefällt, ist COUNT DRACULA’S GREAT LOVE eine angenehme Abwechslung in seinem umfangreichen Lebenswerk.

Details
Ähnliche Filme