Review

Tierhorror etwas anders, denn es gibt zwar eine ganze Reihe von Filmen mit Schlangen, aber innerhalb eines Westerns hat man diese allenfalls im Einzelfall erlebt.
Und da man im Bereich von TV-Produktionen ordentlich sparen muss, verlegt man den Dreh nach Bulgarien, verwendet ein paar preisgünstige Kulissen und setzt auf Viecher aus dem Computer, - eine Basis, aus der eigentlich kein Unterhaltungswert resultieren kann. Tut es aber.

Denn man fühlt sich rasch an die klassischen Western mit Clint Eastwood erinnert, wenn unser Held Bill Longley (Brad Johnson) zu rauen Klängen der Gitarre mit der ersten Szene zu Pferde auftritt und einige Leichen in der Wüste entdeckt. Sofort ahnt er, dass dort Schlangen am Werk waren und reitet weiter in die nächste Stadt in dessen Saloon er zunächst von einer fiesen Bande zum Pokern „überredet“ wird. Doch eigentlich wollte Bill die Einwohner nur vor einer anstehenden Invasion warnen…

Tatsächlich benötigt es nicht viel, um eine schlichte Western-Stimmung zu generieren.
Klassisch gehaltener Score mit vereinzelten Trompeten und Banjo, einigermaßen stimmige Kostüme, ein paar Pferde, ein ordentlich ausgestatteter Saloon und natürlich ein paar markige One-Liner, die in keinem Western fehlen dürfen.
Bevor die Schlangen überhaupt in die kleine Stadt kommen, gibt es sogar ein Duell um zwölf Uhr Mittags.

Der Held wird rasch etabliert. Er gibt sich wortkarg, trägt mindestens ein Geheimnis mit sich herum, behält aber stets den Überblick. Später bekommt er noch eine Reihe sympathischer Figuren zur Unterstützung, denn so ganz allein lässt sich eine Meute von einigen Tausend Schlangen nun doch nicht besiegen. Vor allem, wenn diese den kompletten Ort überfluten.

Sobald die Schlangen auftauchen, wird die Stimmung für eingefleischte Tierhorror-Fans zwar ziemlich kippen, da viele schlichte CGI-Kreaturen dabei sind und einige dummerweise mit offenem Maul in die Kamera schwenken und wieder andere kaum Schatten erzeugen, doch immerhin ist ab etwa der Hälfte des Geschehens ein gutes Tempo auszumachen.
Die wenigen Einwohner der Stadt (es gibt zwar Kinder, aber keine dazugehörigen Eltern) basteln sich einen Feuergraben, verschanzen sich im Saloon, werden von oben und unten attackiert und müssen sich mit Dynamit etwas Sinnvolles überlegen.
Daneben wird geschossen was das Zeug hält und das Geschehen immer wieder aufgeheitert, sei es durch den Angsthasen von Sheriff oder einen jungen Schützen, der zwar eine gute Treffsicherheit aufweist, doch in so manches Fettnäpfchen tritt.

Klar, dass die Kirche, die aus billiger Pappe errichtet wurde und nur am Rande des Ortes sichtbar ist, zu keiner Zeit betreten wird (werden kann) und man bei den Darstellern keine Höchstleistungen erwarten darf, obgleich ein paar bekannte Gesichter mitmischen.
Denn wir haben hier einen schnell heruntergekurbelten Mix aus Western und Tierhorror, der in erster Linie auf Unterhaltung setzt und mit einigen treffsicheren Klischees aus der Western-Kiste aufwartet und nebenher etwas Tierhorror einbindet, der kaum blutige Effekte mit sich bringt.

Ergo eine vor allem kostengünstige Mischung, die in seiner schlichten Präsentation nicht jedem zusagen wird, in seiner Lockerheit aber recht sympathisch erscheint.
Nicht unbedingt Genrekennern des Tierhorrors zu empfehlen, sondern jenen, die etwas Originalität innerhalb der Grundsubstanz suchen, - denn die ist auf jeden Fall gegeben.
6,5 von 10

Details
Ähnliche Filme