Review

Da könnte man glatt einen Jungfilmerwitz draus machen: Steht ein Friedhof neben einem Kraftwerk. Da öffnet sich ein Grab...
...nee Leute, ich weiß ja nicht, was man auf einschlägigen Genrefilmfestivals so alles trinkt und raucht, bevor man sich in seiner Nerdness gegenseitig hochputscht, aber die Lobesarien für Gregg Bishops „Dance of the Dead“ müssen durch einen Kasten Holsten gefiltert gewesen sein.

Sein 75minütiger Zweitling (plus die obligaten 8 Minuten Abspann!) soll ja ganz viel sein: eine High-School-Komödie mit Zombies und dann noch eine 80er-Hommage und ein Klassiker-Zitate-Potpourri und überhaupt ganz doll lustig.
Gut, Letzteres schafft der Film von Zeit zu Zeit tatsächlich, wobei ich nicht sicher bin, ob das nicht an der noch beknackteren deutschen Synchro gelegen hat, aber hier und da sind tatsächlich ein paar nette kleine Ideen dabei.
Fehlen nur ein paar brauchbare GROSSE Ideen.

Dies sind die Tatsachen: steht also das AKW neben dem Friedhof und das ist Zeichen genug, daß die Toten alle mal dringend raus müssen. Also nicht wanken und schwanken, sondern rennen und brennen. Nebenbei ist in der Cosa High gerade Hula Prom und alle freuen sich einen Keks. Nur die Schulnerds gehen lieber auf Friedhofexkursion, während ein weiteres eckiges Pärchen (sie: überorganisiert, er: abhängend) mal wieder zusammenfinden muß. Und die müssen dann natürlich samt des bis an die Zähne bewaffneten Schulcoachs die Welt retten. Oder zumindest bis zur Fortsetzung erst mal die Schule sprengen, was dank Punkband ganz gut läuft, denn die Toten lassen sich von der Mucke zum Schwanken bremsen.

Wieso, weshalb, warum? Keine Ahnung.
Bishops Film beantwortet nun wirklich gar keine Frage und kümmert sich auch einen Scheiß um igendwelche Genrekonventionen, dramatischen Aufbau, Steigerungen oder auch nur ein halbwegs dezentes 80er-Feeling.
Stattdessen werden hier im Gewande der Loserschaft einfach die uralten, endlosen Zombiefilmklischees eben noch mal abgespult, nur daß es eben witzig wirken soll.
Dumm nur, daß Joe Ballarini (der Autor) leider nicht witzig ist. Er führt einfach ein paar Stereotypen zusammen und die hampeln dann hysterisch durch die Gegend. Daneben wollen die Bandmitglieder kiffen und Gitarre spielen, die Loser mögen keine Mädels und die Mädels wollen was anderes, aber was war das...gähn!

Ist ja auch egal. Natürlich ist es ungemein origninell wenn der Sportcoach ein zackiges Arschloch ist, der jede Menge Mordwerkzeug in der Garage stapelt, was es dann zu entdecken gilt. Nicht daß es das schon in jedem zweiten Film gegeben hätte. Zwar zitiert man hier und da mal einen Romero oder Carpenter, aber da waren auch schon tausend Filmemacher vorher da. Und mit den Charakteren fühlt man kein Stück mit, was gerade der Sympathiefaktor bei den Losern sein sollte.
Es wird zwar ordentlich rumgematscht, aber dabei gibt es nicht eine einzige wirklich haarsträubend witzige Idee – außer man findet es lustig, wenn der Coach im Hintergrund Köpfe plus Wirbelsäule aus Zombies reißt, während im Vordergrund grottendämlich palavert wird. Die Effekte haben solides Niveau, einiges sieht aber dennoch recht deutlich nach Gummi aus und so anrührende Momente wie das Love Couple, das sich nach Infektion auch als Untote noch zum Fressen gern hat, gibt es einfach zu wenige.
So wird die Zeit mit Kloppen, Hacken, Flüchten und wieder von vorn rumgebracht und am Ende blamiert man sich mit der blödesten Explosionsszene seit „The Convent“, in der man aus Kostengründen deutlich sichtbar hinter den Darstellern zwei kleine Brandsätze detonieren läßt, was dann die Schulsprengung bedeuten soll.

Für eine wirklich gute Zombiesatire ist das demzufolge alles viel zu öde und langweilig und wohl nur unter Alk schönzusaufen (doppelt hält besser) und kommt mir bitte nicht mehr mit den 80ern, die haben mit dem Film nichts zu tun. Und wenn der Zuschauer es schafft, sich in 75 Minuten Film nebenbei noch ein Dutzend gute Gags einfallen zu lassen, die leider nur im Kopf existieren, dann weiß man, daß das ein ganz trauriger Hype für diejenigen ist, die sowieso alles aus der Richtung abfeiern. (3/10)

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