Review

Ein abgetakelter B-Movie-Regisseur lockt einen unbescholtenen Passanten in seine Kellerwohnung, um ihn zu zwingen, sich ein paar seiner Splatterfilmchen reinzuziehen…

Filmchen Nr. 1: „Hello Dolly“
Eine aufblasbare Puppe rächt sich an ihrem Bespritzer, indem sie ihn von oben bis unten voll kotzt…
- Total bescheuert und sinnlos, trotzdem ganz nett.

Filmchen Nr. 2: „The Poor, The Flesh & The Bag“
Schmieriger Dieb muss feststellen, dass es sich bei der erbeuteten Handtasche um ein Fleisch fressendes Ungetüm handelt…
- „Die Handetasche muss lebendick sein…!“ - Nicht ganz so sinnlos wie Story 1, aber
mindestens genauso bescheuert und doppelt so trashig. Dafür mit ein bisschen Hellraiser-
Stahlketten-Action ausgestattet.

Filmchen Nr. 3: „Aeropophagus“
Um dem Hungertod auf hoher See zu entgehen, ist ein Schiffbrüchiger gezwungen, sich von nichts anderem als von Bohnen zu ernähren. Zurück auf griechischem Festland überfällt jener nun Sonnen hungrige Strandbesucher, um sie ins Jenseits zu furzen…
- Nicht schwer zu erraten, welcher italienischen Splatterklassiker hier durch den Kakao gezogen wird,
oder!? Sicherlich der bescheuertste, aber gewiss auch der ulkigste Beitrag im Bunde und obendrein
mit einigen netten Ekel-Effekten versehen.

SICK-O-PATHICS – der Titel ist ja schon mal echt Oskar verdächtig…- ist italienischer, auf Amateur-Basis verbrochener Episoden-Splattertrash der nicht wirklich ernst zu nehmenden Sorte.
Die Akteure bestehen hauptsächlich aus Kutte tragenden Metalheads, als Kamera hat wohl ein kaputter Toaster herhalten müssen und die FX, naja: die sind so ungefähr auf „Violent Shit“-Niveau.
Dass dieser selbsternannte Sicko aber gar nicht ernst genommen werden möchte, dass er vielmehr eine Hommage an den billig produzierten Horrorfilm darstellen soll, erkennt man an den Pappnasen, die hier in Gastauftritten untergebracht sind.
Da geben sich nämlich Genregroßen wie Lucio Fulci (Kurzauftritt in einem Fun-Werbespot für Plastiktitten zwischen zwei Episoden), Joe D’Amato („Man-Eater“, „Erotic Night Of The Living Dead“), David Warbeck („Geisterstadt der Zombies“, „Sudden Fury“) und gar 80er-Jahre-Scream-Queen Linnea Quigley („Hollywood Chainsaw Hookers“, „Nightmare Sisters“ – merklich in die Jahre gekommen und leider nicht mehr ganz so lecker wie früher…) die Ehre.
Wer also drauf steht, Filme nicht unbedingt ernst nehmen zu müssen, und wer der spottbilligen Machart und auch dem „Troma“-ähnlichen Humor etwas abgewinnen kann,
der kann und sollte ruhig zugreifen, falls ihm der Gauner hier aufm Grabbeltisch mal zufällig zwischen die Finger flitscht.


Covertext:
„It’s The Most Incredible Film I’ve Ever Seen!“ – Ramsey Campbell (…noch nie was gehört von dem Kerl…)


Fazit:
Italienischer Amateur-Splatter-Bullshit At Its Very Wurst! Für Fans von unbeholfenem „Aldi“-Billig-Gekröse á la „Violent Shit“ oder „Staplerfahrer Klaus“ gewiss ein gefundenes Fressen, für alle anderen aber natürlich der hinterletzte Dreck.

Details
Ähnliche Filme