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Im Film wird die Geschichte eines fiktiven Jazz-Gitarristen, gespielt von Sean Penn, erzählt. Es ist Woody Allens Hommage an die Swing-Ära.
Die Handlung ist realistisch und veranschaulicht das Leben des Künstlers und die Swing-Ära sehr gut, weswegen er durchaus das Interesse des Zuschauers erregen kann. Die Wendungen im Leben des Musikers sind ordentlich gelungen und zu keinem Zeitpunkt übertrieben.
Die Umsetzung ist eher das Problem, denn, wer kein Interesse an Swing, bzw. an Swing-Musikern hat, wird sich in diesem Film über weite Strecken langweilen. Sweet and Lowdown läuft sehr langsam an und läuft elendig höhepunktslos wie ein roter Faden auf das Ende zu. Die Stärken liegen sicherlich darin, dass neben der Musik auch der Zeitgeist gut vermittelt wird. Regisseur Woody Allen baut wie so oft ein paar lustige Stellen ein und hält den Humor eher beiläufig.
Das große Plus des Films ist die hervorrgende Charakterisierung des Hauptdarstellers. Penn ist ein Rüpel und Frauenheld, der seine Gefühle lediglich über seine Musik ausdrücken kann. Er hat im Film mehrere Beziehungen, die sehr feinfühlig und mit viel Tiefe vermittelt werden.
Die Hintergrundmusik besteht logischerweise zum Großteil aus Swing-Musik und natürlich passt dies gut zum Film. Die Optik und die Kulisse sind sehr gut und elegant geworden. Sicherlich ist dies eines der besten neueren Werken von Woody Allen, dem man die Begeisterung an dieser Musik die ganze Zeit über anmerkt.
Sean Penn spielt die Hauptrolle hervorragend. Seine Oscar-Nominierung ist auf jeden Fall gerechtfertigt. Er ist traurig, er ist lusitg, er ist verachtenswert und liebenswert auf einmal. Der hervorragende Charakter und Penns herrausragende Darstellung eines gut konstruierten Charakters machen diesen Film zu einem Juwel. Samantha Morton spielt ebenfalls hervorragend, sodass auch ihre Oscar-Nominierung gerechtfertigt ist. Uma Thurman kommt an ihre beiden brillianten Kollegen nicht ganz heran, spielt aber auch gut.
Objektiv gesehen ist der Film in jedem Fall sehenswert, aber, da ich meine Noten subjektiv verteile und mich nicht im geringsten für Swing interessiere, habe ich mich bei diesem Film über weite Strecken gelangweilt, weswegen ich nur 3 Punkte vergebe.
Zusammenfassend ist "Sweet and Lowdown" eine sehr gute Charakterstudie eines Swing-Musikers, die den Zeitgeist sehr gut wiedergibt und mit hervorragenden Darstellern gespickt ist, aber für den "Nicht-Swing-Fan" eher langweilig ist.

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