Robert Downey jr. spielt einen Waffenhändler, der über die Jahre ein Vermögen von mehreren Milliarden Dollar anhäufte und in Afghanistan von einer Truppe Terroristen entführt wird. Er kann jedoch entkommen, da er in seiner Gefangenschaft einen speziellen Anzug baut und somit zur wandelnden Waffe wird. Danach ist er wie verändert und setzt seine Kräfte zum Guten ein, doch sein gieriger Geschäftspartner, gespielt von Jeff Bridges, versucht ihn zu linken und die neue Technik für sich zu bekommen.
Nach "Spiderman", "Hulk" und "X-Men" ist "Iron Man" eine weitere Comic-Verfilmung aus der Feder von Stan Lee, doch dieser Film hat etwas, dass alle anderen der erwähnten Filme nicht haben, nämlich Robert Downey junior. Downey jr. trägt den Film mit seiner hohen Leinwandpräsenz und seiner überaus amüsanten, zynischen und skurrilen Art mehr oder weniger im Alleingang. Am Anfang liefert er zynische Sprüche und amüsante Momente im Minutentakt und zum Ende hin beeindruckt er vor allem durch die überragende Darstellung des Wandels seiner Hauptfigur vom kapitalistischen und gemeinen Waffenlieferanten, hin zum Retter der Welt. Er gibt sich die ganze Zeit über leicht und locker, ist aber auch in den ernsten und in den emotionalen Momenten sehr überzeugend und findet sich nach "Zodiac" und "Chaplin" erneut in einer überaus skurrilen Rolle zu Recht. Die übrigen Darsteller runden den guten Cast auf jeden Fall gelungen ab. So zeigt Jeff Bridges als gemeiner und unmoralischer Waffenhändler nach seiner Rolle des Ekel-Hippies in "The Big Lebowski", seiner Rolle als Universitätsprofessor in "Arlington Road", seiner Rolle als Psychopath in "Spurlos" und seiner Rolle als amerikanischer Präsident in "Rufmord", dass er wirklich mit jeder Rolle zu Recht kommt und über ein sehr vielseitiges schauspielerisches Talent verfügt. Er liefert das perfekte Feindbild ab und sieht mit Glatze und Vollbart sehr wunderlich aus. Terrence Howard zeigt sich nach seinen überragenden Darstellungen in "L.A. Crash" und "Hustle & Flow" erneut ziemlich stark und ist in der Rolle des Soldaten gut besetzt. Oscar-Preisträgerin Gwyneth Paltrow spielt in der Rolle der Assistentin Downey juniors sicherlich überzeugend, wird aber lediglich als Augenschmaus eingesetzt und ein Großteil ihres darstellerischen Potentials dabei verschenkt.
Mit diesem überragenden Cast und dem Budget von 186 Millionen Dollar hat Regisseur Jon Favreau einen Steilpass für einen gelungenen Blockbuster und im Großen und Ganzen nutzt er diesen auch. Er platziert die Gags von Downey jr. überaus zahlreich und jederzeit passend, sodass der Film von der ersten bis zur letzten Minute bestens unterhält. Darüber hinaus hält er das Erzähltempo die ganze Zeit über sehr hoch und im Gegensatz zu anderen Comic-Verfilmungen wird der aufgesetzten und klischeehaften Love-Story um die Hauptfigur nicht sonderlich viel Raum gelassen. Damit harkt der Film an keiner Stelle und die Laufzeit von 2 Stunden vergeht wie im Flug, allerdings ist der Film damit zugegebenermaßen recht kurzweilig und ist an manchen Stellen ein bisschen überhastet, womit das Werk teilweise etwas unvollendet wirkt. Nachdem Michael Bay vor kurzem mit "Transformers" in Bezug auf Action-Szenen sowohl an Masse, als auch an Klasse die absolute Superlative liefern konnte, ist "Iron Man" leider ein kleinerer Rückschritt. Durch die guten Darsteller und den überaus schwarzen Humor kann der Film zwar auch ohne aufwendige Action-Szenen bestens unterhalten, aber vor allem beim finalen Duell zwischen Downey jr. und Bridges hätte ich mir dann doch ein bisschen mehr Action erhofft, zumal der Film tricktechnisch einiges liefern kann. Die Filmmusik unterstreicht dabei vor allem die Action-Szenen gut und kann alles in allem überzeugen, wobei man stellenweise vielleicht noch aufwühlender Spannungsmusik hätte verwenden können. Die Kulisse von Afghanistan ist gut getroffen, genauso, wie die auf amerikanischen Boden. Die Umsetzung ist damit alles in allem gelungen und stilsicher und Favreau liefert nach dem Flop "Buddy -der Weihnachtself" endlich mal einen gelungenen Blockbuster, aber an machen Stellen ist der Film dann doch ein bisschen unvollendet. Dazu wäre aber noch zu sagen, dass der Film bereits wie der Prototyp einer neuen Film-Reihe wirkt und, dass die Darsteller bereits für 2 weitere Teile unterschrieben haben, also kann die Reihe später noch die Perfektion erreichen.
Die Story ist im Gegensatz zu vielen anderen Comic-Verfilmungen logisch und im Großen und Ganzen einigermaßen realistisch, auch wenn der Afganistan-Konflikt, oder die moralischen und ethischen Auffassungen zum Thema Waffen kaum angeschnitten werden, aber das kann man von einer Comic-Verfilmung nun wirklich nicht erwarten. Es gibt ein paar kleinere Nebenhandlungen und sogar die eine oder andere unvorhersehbare Wendung, womit der Film vor allem im Mittelteil einen Ansatz von Spannung und eine relativ gespannte Atmosphäre aufbauen kann, was vor allem bei Comic-Verfilmungen alles andere als üblich ist. Die Story hätte jedoch wesentlich spannender sein können, wenn man sich für einen linearen Erzählstil entschieden hätte, da vor allem beim zähen Anfang ein paar dramaturgische Schwächen offenbart werden. Aber auch hier noch einmal der Hinweis: Dies ist nur der Auftakt zu einer neuen Reihe und da zieht sich der Anfang nun mal ein bisschen in die Länge, diese Probleme hatten "X-Men" oder "Spider Man" auch. Die Charakterkonstruktion ist dabei auch überraschend gut, vor allem da der Wandel der Hauptfigur überzeugend und realistisch dargestellt wird.
Fazit:
Mit guten Effekten, einigen amüsanten Szenen, einer überraschend guten Story und einem großartig aufspielenden, zynischen Robert Downey junior ist "Iron Man" auf jeden Fall ein gelungener Film, auch wenn es an einigen Stellen durch kleinere Fehler nicht zur Vollendung und Perfektion reicht, zumal dies nur der Auftakt zu einer neunen Filmreihe ist. Mit Action, Spannung und Humor ist "Iron Man" überaus unterhaltsames Popcorn-Kino, an dem sich die anderen Blockbuster des Jahres, wie "Indiana Jones 4", "Hellboy 2", "Hulk 2" oder "Batman, Dark Knight" erst einmal messen müssen.
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