“Has he lost his mind?
Can he see or is he blind?”
(“Iron Man” – Black Sabbath)
Der von Drogenexzessen und Eskapaden gebeutelte und mittlerweile geläuterte Robert Downey Jr. (SHERLOCK HOLMES, NATURAL BORN KILLERS) in der Rolle des blechernen Superhelden. Das passt ja wohl wie die Eisenfaust aufs Auge. Die Rolle des Tony Stark, einem überheblichen Milliarden-Erben und Waffenindustriellen mit vorlautem Mundwerk, nimmt man dem Mann mit dem süffisanten Grinsen gerne ab. Stark ist ein arroganter Schnösel und eine Mischung aus Bruce Wayne, Daniel Düsentrieb und Konservendose. Statt eines Herzens hat er einen atombetriebenen Energieball. Stark lebt in Saus und Braus, vertreibt sich die Zeit in der High Society mit Playboy-Bunnies. Keine kann ihm widerstehen, auch die rasende Reporterin Karla Kolumna nicht. Nur seine Sekretärin, Assistentin und Mädchen für alles Pepper Potts (Gwyneth Paltrow, gesprochen: "Gwinnis Polldroh“) verschmäht seine Avancen – zumindest im ersten Teil, im zweiten sind sie glaub ich schon verheiratet.
Der erste Teil von IRON MAN ist eine Art Making Of des Superhelden. Es wird geschildert, wie sich Stark seinen mobilen Panzeranzug bastelt und Flugstunden nimmt. Was folgt, ist zackige Dampfhammer-Action, aber zu Gunsten der Handlung nicht im Übermaß. Stark wird in seinem Heavy-Metal-Jumpsuit von einem Panzer abgeschossen und fliegt mit Kampfjets um die Wette. Die Bösen sind Schurkenstaat-Turbanträger, was politisch vielleicht nicht ganz einwandfrei ist, aber zumindest einen aktuellen Bezug zur Außenpolitik der USA herstellt. Iron Man ist eine fliegende Ein-Mann-Armee auf dem Kreuzzug der Amerikanisierung... äh, Demokratisierung und spielt Weltpolizeiein, so ein bisschen wie TEAM AMERICA - "Fuck Yeah!". Vor dem totalen Patriotismus-Supergau rettet die Tatsache, dass der wahre Oberschurke in den eigenen Reihen von Stark Industries schlummert. Es ist der „Big Lebowsky“.
Der erste Teil von IRON MAN ist auch gleich die Einführung in das „Marvel Cinematic Universe“. Hier findet die „Strategische Heimat-, Interventions-, Einsatz- und Logistik-Division“ihre erste Erwähnung und das noch vor CATAIN AMERICA und den AVENGERS.
Fazit:
Poppige Superhelden-Action mit vielen humoristischen Seitenhieben. Große Klappe, viel dahinter. Selten waren Iron und Ironie näher beieinander.