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Marvel Entertainment kann auf eine lange Geschichte blicken. 1939 gegründet und seit dem mit der Veröffentlichung von Comics beschäftigt, haben sie in diesen viele der bekanntesten Helden im Programm. Nachdem sie ihre Lizenzen für Verfilmungen ab und an vergeben hatten und es einige ihrer Charaktere auf die Leinwand schafften (Raimis „Spider-Man“ oder die „X-Men“-Reihe), wollte der Verlag nun auch mal selbst ran. Und nicht nur irgendwie, man bastelte gleich an einem ganzen filmischen Universum, in dem vieles miteinander verknüpft sein sollte und sich auch gegenseitig beeinflussen sollte.
Und egal wie man nun zu diesem Franchise steht, das uns seit Jahren seine Helden um die Ohren haut, muss man der Planung dahinter schon einen gewissen Respekt zollen.

Man begann 2008 also mit „Iron Man“. Hier folgt man dem sehr von sich eingenommenen Playboy, talentierten Schrauber und Waffenhändler Tony Stark. Nach einer Waffenpräsentation in Afghanistan wird er von einer militanten Gruppe entführt, was zu einem Umdenken seinerseits führt.
Den großen Gesinnungsumsturz mag man ihm auf die Schnelle nicht so recht abnehmen, für den weiteren Verlauf muss das aber ausreichend sein. Man merkt dem Film eben noch seine Wurzeln an und schließlich schleppt man noch nicht den sich immer weiter auftürmenden Ballast anderer Filme mit sich herum. Auf ein Anspielungs- und Cameo-Festival braucht man sich hier also nicht gefasst machen. Wobei Stan Lee auch hier seinen kurzen Auftritt hat.

Auffallend ist, dass sich alles noch etwas kleiner anfühlt. Natürlich nur in Relation zu dem, was da alles noch kommen sollte. Dieser für das Genre doch etwas bodenständigere Anstrich ging den meisten späteren Einträgen des MCU dann doch ziemlich ab und wirkt hier angenehm anachronistisch. Gleiches gilt für den Humor, der hier angenehm dosiert daherkommt. Auch die später leider inflationären Materialschlachten aus dem Rechner gibt’s hier nicht, wobei die Action und somit der Film an sich natürlich auch von einigem CGI-Einsatz lebt.
Weiterhin tut er dies aber auch von seinem Hauptdarsteller, auf den die ganze Chose sichtlich zugeschnitten ist. Robert Downey Jr. ist da eine ziemlich passende Besetzung, der nach wechselhafter Vergangenheit ab hier wieder ziemlich im Rampenlicht stand. Er besitzt einfach die notwendige Arroganz als auch Coolness für den Charakter. Für weitere Rollen konnte man Gwyneth Paltrow, Terrence Howard und Jeff Bridges gewinnen. Letzterer wirkt etwas verschenkt und seine Figur bleibt recht eindimensional.

Der Anfang ist gemacht, der Testballon des Marvel Cinematic Universe fliegt und zieht bis dato eine ganze Schar an Filmen nach sich. Manche besser, manche schlechter. Der Erstling ist ein guter Einstieg in die Reihe mit auffallend wenig Actionkrawall, dafür aber mit viel Hauptfigur.

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