Dramatisches, nachdenkliches und schockierendes Ghetto-Drama in Schwarz-Weiss.
Die drei Hauptdarsteller verschiedener Abstammung bzw. Religion (Said ist Algerier, Vince Jude, Hubert Afrikaner) leben in einem französischen Ghetto, in der die Gewalt eskaliert, nachdem ein gemeinsamer Freund von der Polizei ins Koma geprügelt wird. Der wütende jugendliche Mob liefert sich seitdem Straßenschlachten mit der Staatsmacht und verwüstet dabei unter anderem Huberts mühsam aufgebaute Boxhalle.
Alle drei versuchen sich in Ihrem schwierigen Umfeld irgendwie über Wasser zu halten. Beklemmend anzuschauende Bilder, die Ihre Lebenssituation realitätsgetreu darstellen. Hass und Gewalt in einem solchen Viertel wurden nicht erfunden, sondern mußten einfach nur beobachtet werden und wurden ungefiltert ins Drehbuch übernommen.
Der Film kommt über die weiten Strecken dramatisch und erschütternd und bietet nur ab und an Momente zum lachen. Die Bildsprache ist grandios - der Zuschauer hat den Eindruck mittendrin zu sein. Gezeigt wird eine "Gesellschaft im freien Fall" - das Originalzitat des Films geht ohne Verzögerung unter die Haut und hinterläßt beim Zuschauer tiefgehende Spuren und Gedanken.
Die Spannung geht niemals verloren - die Kritik und die Hintergründe bleiben auch nach dem Filmabspann in den Gedanken.
Der Streifen ist für mich besser, überzeugender und naheliegender als die gängigen amerikanischen Hoodstreifen und stellt z. B. Menace 2 Society locker in den Schatten.
Fazit 10/10 Punkten - ANSCHAUEN!!