Review

*SPOILER*
"Sturmhölle" ist mal wieder ein mäßig spannender Thriller aus den USA, der direkt seinen Weg in die Videotheken fand. und das auch vollkommen zu recht. Weder durch gute Schauspieler noch durch eine interessante oder gar innovative Geschichte verfügt der Film, dafür gibt es reichlich unfreiwillig komische Szenen und Drehbuchlöcher von ungeahnter Dimension.

Jack Ketchum (Lou Diamond Phillips) arbeitet als Wanderarbeiter und ist auf dem Weg zu seinem nächsten job, dummerweise baut er mitten im tiefsten Wald einen Unfall mit seinem Auto und kommt so an die Hütte von Lyle Yates (Charles Dance) und seiner jungen Frau Willie (Mia Sara), die hier abgeschieden von der Welt leben. Natürlich stellt sich raus das Lyle ein mieser Sack ist, der nicht nur einem gigantischen Kessel im Keller der Blockhütte (!!) illegal Schnaps brennt, sondern auch noch seine junge Frau vergewaltigt und auch sonst nicht ganz knusper ist. Das alles wäre Jack wohl relativ egal, wenn nicht exakt in der Nacht ein Orkan über die Landschaft ziehen würde, der zwar mehr nach englischem Landregen aussieht, aber wen interessiert das schon. Also draußen tobt der Wind drinnen der eifersüchtige Lyle, der mit ansehen muss wie seine junge Frau von dem weit gereisten Hilfsarbeiter umgarnt wird. Nach einer heißen Begegnung in der Dusche zwischen Willie und Jack ist es klar: Lyle hat verloren und dreht jetzt vollkommen ab. Erst will er Jack nicht weglassen, dann fällt ihm plötzlich ein das er einen funktionierenden Truck in der Garage hat, mit dem Jack wegfahren darf, dumm nur das die Hütte im Tal liegt und draußen tobt ja der leichte Niesel....ähh...der Orkan. So haben sich am nächsten Tag alle wieder lieb, und Lyle sperrt Willie und Jack in den Keller zu dem Kessel, der wohl der größte seit "The Shining" ist. Der steht natürlich kurz vorm explodieren die beiden retten sich und Lyle wird noch kurz umgebracht und fliegt letztlich mit seiner ganzen Bude in die Luft, und das in einer der wohl unspektakulärsten Explosionen die man jemals sehen durfte. Das neue Paar fährt derweil auf dem Highway davon und schon ist auch der Film vorbei.

Das ganze ist dabei so unglaublich unspannend und vorhersehbar, dass man sich wirklich fragen muss ob der Drehbuchautor jemals zuvor einen Thriller gesehen hat. Hier passt wirklich gar nichts. Die Story entwickelt sich immer mehr zur Lachnummer und findet im Finale im ca 6 Meter hohen Keller der Blockhütte ihren Höhepunkt. Dazu gibt es noch miserable Effekte, so etwa wenn der Regen mal eben die Fenster explodieren lässt, kurz darauf in einer Außenaufnahme aber wieder aussieht wie jeder normale Regen auch. Dazu gibt es noch einige Nacktszenen von Mia Sara, sie war wohl auch jung und brauchte das Geld. Die Dialoge sind eine einzige Ansammlung von unglaublichen Sprüchen, so etwa wenn Lou Diamond Phillips Mia Sara von der großen Stadt Pittsbourgh erzählt, von der sie nie zuvor gehört hat. Oder der Spruch "Halt mich oder ich zerspringe" nachdem ihr gewalttätiger Ehemann das Zeitliche gesegnet hat. Ansonsten gibt es noch gigantische Bärenfallen und reichlich Rumgeprotze von Charles Dance.
Mieser Thriller, der nicht einmal Trash Fans begeistern dürfte, da wohl die meisten eingeschlafen sein dürften bevor es anfängt witzig zu werden. 2,5 von 10 Punkten.

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