Review

Ein Horrorfilm aus Pakistan muss nicht zwangsläufig zum Trash mutieren, nur weil das Budget nicht mit Hollywood-Standards vergleichbar ist oder die technischen Möglichkeiten begrenzt sind. Da gab es vergleichsweise einige Independent Produktionen aus Deutschland, die auf weit niedrigerem Niveau anzutreffen waren.
So will man sich erst einmal bemühen, dem exotischen Produktionsland mit viel Wohlwollen entgegen zu treten, - doch das ist gar nicht nötig, denn der Streifen entwickelt rasch seinen ganz eigenen Charme.

Man kann ihn gewiss nicht als reinen Zombiefilm klassifizieren, da auch Terror eine nicht minder bedeutsame Rolle spielt.
Tatsache ist: Eine Handvoll junger Leute ist auf dem Weg zu einem Konzert und verfährt sich mit dem Van in der Walachei.
Daraufhin geht nicht nur das Benzin aus, man sieht sich ferner infizierten Dörflern gegenüber, denen es genauso nach Blut dürstet, wie einem psychopathischen Killer unter einer Burka….

Das exotische Feeling schlägt sogleich ein. Landestypische Musik im Radio, zur Einführung der jungen Figuren einige bezeichnende Dialoge mit den Eltern und immer wieder Stationen einfach gestalteter Herbergen, die in ihrer Schlichtheit auch etwas urig-warmes einfließen lassen. Jene Stimmung kippt natürlich ganz bewusst, als die Situation für unsere jungen Verirrten immer bedrohlicher wird.

Denn auf der anderen Seite bietet die Story ein vertrautes Sujet im fremd wirkenden Setting.
Statt dem obligatorischen warnenden Tankwart haben wir hier einen Teeverkäufer, einer aus der Gruppe infiziert sich und mutiert noch während der Fahrt und die Heldin zeichnet sich von vornherein durch klare moralische Vorstellungen aus.
Das Pendant aus Pakistan klammert noch nicht einmal den Nerd aus, der mehr an Drogen und Horrorfilme interessiert ist, als an dem eigentlichen Trip zum Konzert.
Witzig ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass er den Teeverkäufer eindeutig als früheren Darsteller von Dracula erkennt, welcher diesen tatsächlich vor Jahren verkörperte.

Ansonsten wird Humor eher unfreiwillig eingestreut, sei es durch die Comicbilder, die als sinistre Botschaft das Unheil der potentiellen Opfer einläuten oder das Overacting einiger Randfiguren, die besonders gegen Ende keine Gnade mit der eigenen Mimik kennen.
Von der Atmosphäre her punktet das Geschehen auf jeden Fall, die Abgeschiedenheit in der ländlichen Einöde wird zwar zuweilen mit Nebeleffekten etwas zu sehr fokussiert, doch die Konzentration auf die natürliche Geräuschkulisse im Mix mit dem minimalen Score ist durchaus effizient. Zudem kommen gegen Ende ein paar recht morbide eingerichtete Behausungen (einschließlich Glas mit gesammelten Augäpfeln) ins Spiel, die stark ans Kettensägenmassaker erinnern.

Splatterfans sollten wiederum nicht zuviel erwarten, da gibt es kleinere Fressszenen am Rande zu vermerken, einen Genickbruch und ein paar Messerstiche, bei denen das Blut ordentlich auf den Requisiten verteilt wird, aber nichts Explizites.
Auch vom Tempo her zeichnet sich aufgrund der knappen Laufzeit von 77 Minuten kein Action-Feuerwerk ab, da es lediglich gegen Ende zu einigen körperlichen Auseinandersetzungen, als auch kurzen Verfolgungs-Sequenzen kommt.

Was also haben wir: Einen brüllenden Mutanten mit einem Kriegsflegel (kann auch ein Morgenstern sein), eine verrückte Alte, einen Bärtigen, der den Weg weisen will, verseuchtes Wasser als Ursache der Infizierungen und eine Gruppe von Teens, die zwar nicht völlig behämmert daherkommt, aber auch nicht allzu viel Preis gibt, um ein erhöhtes Mitfiebern zu bewirken.
Was eben punktet, ist die bunte Mischung aus Terror und Zombies, - zwar nicht sonderlich derb und storytechnisch auch beileibe nicht frei von Handlungslücken, in seiner Art allerdings erfrischend und angenehm andersartig.
6,5 von 10

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