Getragen auf dem Rücken von vier Elefanten, die wiederum auf dem Panzer einer Stern-Schildkröte stehen, reist die Scheibenwelt durch das Multiversum. Der erfolglose Magier Rincewind wird unfreiwillig zum Reiseführer des ersten Scheibenwelt-Touristen Zweiblum und seiner intelligenten Holztruhe. Gemeinsam erleben sie einen abenteuerlichen Trip an den Rand der Scheibenwelt, kämpfen gegen Zauberer, entkommen Druiden und reiten auf Drachen. Aber kann Rincewind auch Trymon, seinen größten Feind besiegen und die Scheibenwelt vor der Zerstörung retten?
Ich muß gleich mal gestehen, das mein Wissen über Terry Pratchetts Scheibenwelt in etwa dem des ewigen Studenten Rincewind (schlappe 40 Jahre) und dessen Wissen über Magie entspricht, nämlich gering bis gar nicht existent. Soweit ich das beurteilen kann zeigt der britische TV-Film aber doch recht detailliert Auszüge aus den Romanen und setzte diese sehr liebvoll um. Allerdings sollte man doch ein wenig Zeit mitbringen, denn der Zuschauer wird über drei Stunden in eine fantasievolle Welt transferiert.
Belohnt wird man dabei aber mit einem ganzen Füllhorn an schrägen Ideen und amüsanten Figuren, die durch aufwendige Sets und Kostüme gut unterstützt werden. Man taucht ein in eine völlig fremde Welt, die aber gleichzeitig mit haufenweise Anspielungen auf irdische Mythen unterlegt wird (Drachen, ein Macho-Excalibur oder ein gut aufgelegter Sensenmann). Allein die Anfangssequenz ist zum brüllen komisch, wenn ein Haufen tumber Astrozoologen (eine wichtige Berufsgruppe dort) plant das Geschlecht ihrer Weltenschildkröte herauszufinden.
Humor ist ohnehin ein wichtiges Segment der ganzen Geschichte. Jeder der Charaktere bekommt seinen eigenen Humor und einen individuellen Background spendiert. Ja sogar das Reisegepäck des tumben Touristen Zweiblum bekommt einen eigen Willen zugesprochen (kann man schlecht beschreiben, sollte man aber gesehen haben). Auf dem Spiel steht bei der abenteuerlichen Reise nichts geringeres als das Schicksal der Scheibenwelt. Rincewind und Zweiblum stolpern von einer Episode in die nächste, eine abgefahrener als die nächste. Mein Favorit ist allerdings der intrigante Tim Curry, der auf mordlüsternde Weise die Herrschaft an der unsichtbaren Universität an sich bringen möchte. Wie auch die anderen Darsteller, verkörpert er dies herrlich diabolisch und gleichzeitig witzig.
Echte Fans werden den Film sicher lieben, aber auch Nichteingeweihte werden an der fiktiven Fantasiewelt ihren Spaß haben. Die liebevoll gestalteten magischen Orte, gut ausgearbeitete Figuren und eine gesunde Prise Humor lassen auch drei Stunden kurzweilig vergehen. Es ist auf jeden Fall mal was anderes, als das übliche Fernseheinerlei.
7,5/10