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Avery Ludlow (Brian Cox ) will Gerechtigkeit, Gerechtigkeit für seinen alten Hund Red, der von Jugendlichen zum reinen Vergnügen erschossen wird. Zeugen gibt es keine, auch das Gesetz ist weitgehend machtlos, die Schuldigen um den manisch aggressiven, aus reichem Hause stammenden Danny McCormack (Noel Fisher) scheinen ungestraft davonzukommen. Haudegen Ludlow, nicht einmal auf Rache sinnend, lässt in der Sache jedoch nicht locker, bezieht aus Verzweifelung schließlich die lokalen Medien mit ein und beschwört so ungewollt eine Tragödie herauf...

Wer bei "Red" auf einen klassischen Revenge-Actioner im Stile eines "Punisher" hofft, ist gänzlich falsch gewickelt. "Red" entpuppt sich vielmehr als ruhig erzähltes, durchaus gesellschaftskritisches Drama, das ganz von seinen sympathischen (oder auch bewusst unsympathisch gehaltenen) Charakteren lebt. Actionszenen werden nur sehr punktuell präsentiert und wenn es denn einmal zur Konfrontation kommt, ist der Spuk zumeist binnen weniger Sekunden vorrüber. Spektakuläre Effekte sind hierbei ebenfalls nicht zu erwarten. Vielmehr gelingt es den beiden Regisseuren Trygve Allister Diesen und Lucky McKee den Zuschauer durch die zwar simple und mitunter etwas dick auftragende (Ludlow erzählt von seiner Familie) Story bis zum tragischen Ende bei der Stange zu halten - trotz des eher gemächlichen Filmtempos.
"Red" will aber nicht nur unterhalten. Er demonstriert auch auf eindrucksvolle Art und Weise, wie schnell eine Streitsituation außer Kontrolle geraten kann und welch fatale Rolle dabei Geld, verfallende Werte und Ignoranz zu spielen vermögen. Eine Thematik, die gerade heute zwischen U-Bahn-Schlägern und Handyvideo-Exzessen aktueller denn je ist.

In technischer Hinsicht gibts schließlich nichts zu beanstanden. Die idyllischen Landbilder passen wunderbar zum eher bedächtigen Handlungsablauf und auch die Schauspielerleistungen wissen durchweg zu gefallen. Neben einem großartigen Brian Cox und dem etwas kurz kommenden Tom Sizemore ist vor allem Noel Fisher als Danny hervorzuheben, der als Quell ständiger Aggression eine fast schon erschreckend überzeugende Performance abliefert. In einer Nebenrolle gibt sich zudem Robert Englund die Ehre.

Fazit: Ein wenn auch nicht sonderlich innovatives, so doch trotzdem sehr lohnenswertes, emotionales Plädoyer für Gerechtigkeit, das nur ab und an für meinen Geschmack ein wenig zu offensichtlich die Zuschauersympathien zu lenken versucht. Insbesondere die Hundefreunde unter uns wird dies aber kaum stören, ist der "Feind" so doch wenigstens schön klar auszumachen.

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