kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 27.12.2012
Eine Trilogie, die in den Sechzigern mit zwei Filmen begonnen wurde und im Jahr 2008 mit dem originalen Hauptdarsteller nun abgeschlossen wird, übt durchaus per se schon eine gewisse Faszination aus: Wo wird man nach all den Jahrzehnten anknüpfen, welche Bezüge zu den Originalen werden gesponnen und vor allem: Wie schlagen sich die Darsteller von damals?
"Embodiment" Of Evil" geht den vermeintlich schlüssigsten Weg, wenn man den Hang zum härteren Horror in den ersten beiden Teilen kennt: Er springt auf den Torture-Porn-Zug auf und hat sichtlich Spaß daran, die Möglichkeiten des heutigen Kinos auszukosten, Gewalt darzustellen. Gerade mit einem greisenhaften, sehr widerlich wirkenden Marins in der Hauptrolle, der nicht allzu selten junge, nackte Brasilianerinnen abschlabbert, hat der Film einen Touch von pervers an sich, geht auf in selbstzweckhaften Goreszenen und unmotivierter Nacktheit.
Zwischendurch erhebt "Embodiment Of Evil" trotzdem Ansprüche auf künstlerischen Wert; die philosophisch bedeutungsschwanger aufgeblasenen Phrasen um Existenz und Nichtexistenz werden wiederum in die Luft gepustet, und optisch fällt dem alten Mann auf dem Regiestuhl immerhin einiges ein, um seinen Film aufzuwerten; seine Dämonen inszeniert er in Verbeugung vor den Originalen diesmal als Schwarzweißkreaturen, die sich durch das Bunte des Films zittern, und eine wiederum kreative, wenn auch bisweilen arg blutrünstige, an Kannibalenfilme erinnernde Höllensequenz findet auch wieder statt. Die guten Ansätze werden aber durch die niederen Motivationen des Films erdrückt, zu schockieren und den Ekel- und Sensationsfaktor zu befriedigen.
*weitere Informationen: siehe Profil