"Gesichter des Todes" gehört neben "Mondo Cane" wohl zu den bekanntesten Vertretern der Mondo-Filme. Diese Art der Filmgattung ist in den meisten Ländern ein sehr verpöntes Genre, wobei man eigentlich nochmals von einer Unterart des Mondogenres reden sollte: der Shockumentary. Hier liegt das Hauptaugenmerk darauf, den Zuschauer zu schockieren und nichts anderes. Mittlerweile gibt es viele Filme dieser Sorte und neben "Gesichter des Todes" gehören zu den bekanntesten Serien noch "Faces of Gore" oder "Traces of Death". Wobei diese noch einen Schritt weiter gehen und demnach auch nicht in Deutschland erhältlich sind bzw. nach sehr kurzer Zeit mit einem Verbot belegt wurden. Auch einigen Teilen der "Gesichter des Todes"-Reihe erging es so, wobei dem ersten Film dieses Schicksal erspart blieb. Dafür aber in 46 anderen Ländern nicht.
Schaut man sich nun "Gesichter des Todes" in der heutigen Zeit an, also quasi 35 Jahre nach Entstehung, fällt eines auf: Die Hälfte des Films wirkt unecht! Man hat es mit 50% realen und 50% gefakten Szenen zu tun hat, die aber Tatsachenberichten zugrunde liegen sollen. Und auch die Person des Dr. Francis B. Gröss soll existiert haben, wurde aber im Film durch den Darsteller Michael Carr verkörpert, da der echte Dr. Gröss nur im Hintergrund fungiert haben soll. Persönlich denke ich aber ist dies eine Taktik von Regisseur John Alan Schwartz, um dem Film einen realeren Hintergrund zu vermitteln. Auch wenn dies so ist, verliert der Film nichts von seiner Wirkung und hinterlässt ein flaues Gefühl im Magen. Gerade die Tierschlachtungen sind bis heute leider grausame Realität. Der Bericht um das Restaurant, in dem man Affenhirn serviert bekommt, nachdem man den Affen totgeschlagen hat, gehört noch immer zu den Beiträgen, die zur größten Mundpropaganda des Films gehören und sehr realistisch umgesetzt wurden. Bei genauerer Betrachtung fällt aber auf, dass der Affenkopf nur eine Attrappe ist, doch auch hier ist der Hintergedanke vorhanden, schließlich werden sogar Hunde in Asien als Delikatesse angeboten.
Wie schon weiter oben geschrieben gibt es aber mittlerweile wesentlich härtere Filme der Gattung und so wirkt "Gesichter des Todes" nicht mehr, wie es einmal der Fall gewesen ist. Für Leute, die mit dem Genre allerdings noch nie etwas zu tun hatten, denen wird dennoch relativ harte Kost geboten. John Alan Schwartz ist es gelungen, einen Grundstein zu legen, der bis heute nichts von seiner Aura des unterschlagenen Films verloren hat. Zwar ist jeder gegen diese Art von Film, doch die meisten Menschen riskieren dennoch einen Blick. Keiner kann verleugnen nicht doch eine kurzzeitige voyeuristische Ader in sich zu spüren. Obwohl der Ekel meist überwiegt, bleibt ein zwanghaftes Gefühl den Beitrag oder sogar den ganzen Film bis zum Ende anzusehen. Und sei es nur mit der Begründung: Es ist doch nur ein Film!