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In einer Fantasywelt kämpft die böse Königin Corva gegen ihre Schwester Neema , die mit ihren Rebellen im Wald lebt , um die Macht im Königreich . Daher lässt Corva das magische Schwert , das Neema von ihrem gemeinsamen Vater erhalten hat , stehlen und Neemas Tochter Fiona ( die irritierenderweise genau so alt bzw. jung wie ihre Mutter wirkt ) entführen . Mit diesem und ihrem eigenen magischen Schwert will Corva wohl irgendwie ihre Macht endgültig sichern . Doch als Corvas Tochter Raven ( die ebenfalls irritierenderweise genau so alt bzw. jung wie ihre Mutter wirkt ) Fiona zu foltern versucht , kann Fiona entkommen und in den Wald fliehen . Verfolgt von den Häschern ihrer Tante , trifft sie in höchsten Not auf den tapferen Schwertkämpfer Galen ... 

" Eye of the Serpent " ist ein wirklich verspäteter Nachklapp zur Sword & Sorcery Welle , die mit dem Erfolg von Schwarzeneggers " Conan der Barbar " begann . Mitte der 1990er Jahre hatte diese Welle schon längst alle Kraft verloren und die besten Rip Offs wie " Beastmaster " oder der erste Teil der " Deathstalker " Serie lagen auch schon eine Weile zurück . Klar also , dass " Eye of the erpent " nicht mal annähernd an solche Filmdimensionen heranreichen kann , liegt das Budget des Films wohl irgendwo zwischen den günstigsten " Deathstalker " Teilen und einem aufwändigeren 1990er Jahre Fantasy Softporno ( eine Kategorie , in die er zwei mal abzugleiten droht ) .  
Als Burg bzw. Schloss muss da einfach ein schwarzer Vorhang herhalten , vor den vier Holzsäulen und ein Thron aus dem Stadttheater gestellt wurden . Die Ritter der bösen Königin tragen schon mal silbern angemalte Eishockeymasken und ein Charakter lässt eindeutig moderne Plastikdrachen in den Himmel steigen . Als teuerste Posten dürften da die Kostüme der gutgebauten , bösen Königin Corva und ihrer gutgebauten Tochter Raven , die übrigens auch gerne mal die Peitsche schwingt , aus dem örtlichen SM Shop zu Buche geschlagen sein .  
Verlässt der Film die " Burg " , so geht es natürlich in Wäldern und auf Wiesen und an Bächen zur ( kämpferischen ) Sache , ein paar Zelte ist schon das höchste an Aufwand , was man erwarten sollte . Ansonsten bewegt sich das Geschehen auf " normalem Level " solcher Produktionen . Das heißt man redet von Armeen und Eroberungsplänen und großen Taten , die man natürlich niemals zeigen kann und berichtet von Schriftrollen und magischen Schwertern , die keine Sekunde danach wieder vergessen sind . Richtige Abenteuer erlebt ohnehin mal wieder niemand , da man mit den übertriebenen Plänen beschäftigt ist oder auch einige recht sinnlose Szenen ( eine Frau versucht bei einer Wette die Zusammensetzung von Getränken herauszuriechen !?! ) einbaut und damit zu langweilen beginnt . Monster oder Kreaturen ( bis auf zwei Männer in einem Doppel T-Shirt als siamesische Zwillinge - " Die Ritter der Kokosnuss " lässt grüßen ! ) sind ebenso wenig auszumachen .  Stattdessen kämpfen ein paar muskulöse Kerle im Wald oder ein paar Leutchen vom kalifornischen Mittelalterverein versammeln sich um ein Lagerfeuer um ein wenig zu plauschen oder zu jonglieren .  
Doch der Film hat auch seine besseren Seiten . Man nimmt sich scheinbar nicht so Ernst und versucht den Helden , der aussieht wie der Sänger einer Hair Metal Band , eher spitzbübisch anzulegen und auch ansonsten soll die Sache wohl eher Spaß machen . Die kurzen Schwertkämpfe sehen nicht komplett schlecht aus , ein verzauberter Kämpfer mit Topfhelm ist eine nette Idee , einige Maiden sind hübsch anzusehen und ein kleiner Verrat und eine Person , die nicht ganz so gut ist , wie sie zu sein scheint , überraschen ein klein wenig .  
Blöde , dass man den Film ausgerechnet mit dem popeligsten Kämpfchen der gesamten 90 Minuten beendet . 

Fazit : Holde Maiden und starke Recken im kalifornischen Hinterland . Vielleicht wollte man sogar etwas mehr aus dem Film machen , doch Talent und Geld waren mal wieder nicht genug vorhanden .  Wenn man wirklich JEDES Conan Rip Off gesehen haben will , ist der Film eigentlich ganz in Ordnung , denn mehr Spaß als die meisten Italien Gurken macht er schon . Eine Zwangssichtung ist aber nicht notwendig und so kann man sich auch guten Gewissens 90 Minuten mit irgendetwas anderem beschäftigen ... 

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