Review

Inhalt:
In einem Schloss, das zu einer Nervenheilanstalt umfunktioniert wurde, testet ein Maskierter das was die Waffenkammer hergibt am Personal und den Patientinnen.


Kritik:
Auch wenn dieser Film in der von mir sehr geschätzten X-Rated Italo-Giallo-Serie erschienen ist, spielt das Rätselraten um die Identität des Killers eine untergeordnete Rolle. Dafür wurde hier mehr auf das Pferd namens Erotik gesetzt, doch später dazu mehr.

Die Story wurde von mir oben sehr kurz umrissen und ich muss sagen, sehr viel mehr passiert auch nicht. Um eine abendfüllende Lauflänge zu erreichen, werden ein paar der äußerst attraktiven Patientinnen (hach, was waren die Darstellerinnen des italienischen Films in den 70ern hübsch anzusehen!) inklusive ihrer Problemchen näher vorgestellt. Es gibt ein paar gestörte Persönlichkeiten wie die Ausrasterin, die Menschenscheue oder meine Favoritin, die Nymphomanin :-)
Auch die Ärzte und Pflegerinnen werden uns bekannt gemacht, wobei natürlich besonders das Zugpferd des Streifens, Klaus Kinski, als Arzt hervorsticht, obwohl sein Wahnsinn nur selten aufblitzt. Großartig ist die Szene, in der er urplötzlich und unerwartet mit bierernster Mine auf die Kamera und somit den Zuschauer zukommt.
Nunja, und zwischen den handelnden Personen knistert es gewaltig. Ärzte haben etwas mit den Patientinnen, ebenso wie die Pflegerinnen, was Zeit für knapp über der jugendfreien Grenze liegende Liebeleien lässt. Besonderes Glück hat der Gärtner, dem die Nymphomanin (ja, meine Favoritin) des Nachts einen Besuch abstattet, wobei sich der Pflanzenbeschnippler diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen lässt und mal etwas anders als Blumen bestäubt.
Alle wären glücklich, würde sich da nicht der maskierte Unhold herumtreiben und das Waffenarsenal vorzugsweise an den Patientinnen ausprobieren. Seine Experimentierfreude reicht vom einfachen Messer über die Axt, die Armbrust ("Geh vom Fenster weg, du holst dir noch einen Schnupfen!") und den Morgenstern bis hin zur Eisernen Jungfrau. Bei der Umsetzung der Morde neigten die Macher nicht zu Übertreibungen, so dass zwar besonders beim Einsatz der Eisernen Jungfrau der Lebenssaft in Strömen fließt, jedoch das Gezeigte sich größtenteils im Off abspielt oder durch schnelle Schnittfolgen oder Kameraeinstellungen dargestellt wird.
Witzigerweise lassen sich die weiblichen Opfer kurz vor ihrem Tod nochmal durch den Kopf gehen, was sie bisher erlebten, was uns in Form von Rückblicken präsentiert wird. Naja, irgendwomit musste der Film ja gefüllt werden.
Joah, und am Ende geht es dann ruckzuck. Der Täter wird mit einem billigen Trick entlarvt, alle wissen plötzlich warum dieser mordete, klären uns knapp auf und schicken uns dadurch leicht enttäuscht nach Hause.

Anscheinend wusste der Regisseur nicht so recht, wie er den Film umsetzen sollte. So experimentiert er zu Beginn noch mit einigen ungewöhnlichen Kameraeinstellungen, was er dann aber nach einigen Minuten wieder einstellt.
Die Atmosphäre der Schlosses der blauen Vögel (welche man ab und zu hören, aber niemals sehen kann) wird befriedigend eingefangen, hätte aber wesentlich besser rübergebracht werden können. Das nenn ich mal verschenktes Potential.
Dafür können die Darstellerinnen überzeugen, wobei mir der Körpereinsatz der Mädels (Stichwort:Favoritin) besonders zusagt. Nur der Kommissar am Ende kommt etwas ruppig rüber.
Auch die typische und eindringliche 70er Jahre Filmmusik weiß zu gefallen.

So, ich komme zum Schluss. Außer in einigen athosphärischen Szenen und ein paar netten Erotikpassagen kann der Film nicht überzeugen. Vieles wirkt unnötig in die Länge gestreckt, was nicht zum Vorteil für das Aufrechterhalten des Interesses des Zuschauers ist. Auch die dünne Story fügt sich in dieses Bild ein und leider sind die Dialoge auch alles andere als realitätsnah und sinnig.

Wenig Giallo, wenig Story, wenig Blut, viel nackte Haut.

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