Harrison Ford befindet sich wieder auf Schatzsuche
Fast 20 lange Jahre hat es gedauert, bis man Harrison Ford noch einmal in einer seiner besten Rollen neben Han Solo bewundern konnte. 20 Jahre sind eine lange Zeit und die ist weder an Harrison noch an Indy spurlos vorüber gegangen.
Da ist es beinahe schon logisch, dass das vierte Indiana Jones-Abenteuer nicht mehr zur Nazi-Zeit spielt, sondern in den späten 50ern angesiedelt ist. Die neuen Widersacher des ergrauten Indy sind dann auch folgerichtig Russen inkl. rassiger Kommandantin (sehr gut: Cate Blanchet). Diese sind auf der Suche nach einem außerirdischen Artefakt (Akte X lässt bei der Story mehr als einmal grüßen), dass angeblich allmächtiges Wissen verleiht.
Klingt konfus und ist es im Grunde genommen auch. Mit der klassischen Triologie sollte man den neuen Film nicht vergleichen, da er insgesamt doch eher modern gehalten ist.
Verdient er deshalb Zerisse, wie hier in manchen Kritiken zu lesen steht? Meiner Meinung nach definitv NEIN!
Dazu gibt es zu viele sehr gute Reminiszenzen an die alten Filme wie die kultige Weltkarte mit der bewegten Linie, die sofort das typische Indy-Flair aufkommen lassen und dies auch über die meiste Zeit aufrechterhalten.
Es wird selbstverständlich nicht nur in alten Zeiten geschwelgt, sondern auch ordentlich in der damals aktuellen Zeit auf den Putz gehauen. Der Actionanteil ist bei Indys neuem Abenteuer sehr hoch ausgefallen und weiß mehr als zu gefallen. Schon die Verfolgungsjagd auf dem Motorrad sieht sehr fein aus, wird aber noch von der überlagen Prügel-/Schießarie im Dschungel überboten - riesige Ameisen inklusive.
Natürlich ist Indy nicht alleine unterwegs. Neben seiner alten Liebe Marion Ravenwood (wieder von Karen Allen verkörpert) gesellt sich auch noch der junge Schulabbrecher Mutt (Shia LaBeouf) zu ihm, um Indy mal mehr oder weniger hilfreich zur Seite zu stehen.
Ohne zu viel verraten zu wollen: Indy übergibt seinen Hut am Ende des Films noch nicht an seinen potentiellen Nachfolger, man kann also vielleicht auf eine Fortsetzung hoffen.
Fazit: Insgesamt gesehen vielleicht nicht ganz so perfekt wie die klassische Triologie - was auch nur schwer möglich ist - aber dennoch 2 Stunden lang perfekte Unterhaltung mit einer der sympatischsten Figuren der Filmgeschichte. Harrison, halte dich in Form und schenke uns noch ein Indy-Abenteuer!
9 von 10 Bullenpeitschen