Wenn das Credo, so auch der Originaltitel, so viele Jahre nach Drehschluss erst erhört wird, dürfte entweder die Taufe im Eimer sein oder das Glaubensbekenntnis im Angesicht des Todes rund fünf Jahre zu spät kommen. Auch wenn sich Debütant Toni Harman um eine originelle Pointe bemüht, - sein Spuk im ehemaligen Internat kommt alles andere als innovativ rüber.
Psychologiestudentin Alice und vier weitere WG-Mitglieder sitzen von heute auf morgen auf der Straße weil zu exzessiv gefeiert wurde. So soll für ein paar Tage ein leer stehendes Internat als Unterschlupf dienen, doch die Twens ahnen noch nichts von der düsteren Vorgeschichte einer fehlgeschlagenen Beschwörung…
Das Drehbuch liefert uns eine engagierte Heldin, welche emsig auf ihr Diplom hinarbeitet, einen Vollidioten, der alles vergeigt und stets ins Fettnäpfchen tritt und ein paar nahezu unscheinbare Typen, von denen wohl kaum jemand die erste Nacht im Gebäude überleben dürfte. Dazwischen gibt es Bilder von „Überwachungskameras“ weil es einer auf die Heldin abgesehen hat und einen vollbärtigen Typen, der aus unerfindlichen Gründen noch im Haus lebt und die Anwesenden zu warnen versucht.
Es dauert leider eine ganze Weile, bis überhaupt etwas Erwähnenswertes eintritt, bis dahin herrscht zuviel hohles Gelaber, werden unsägliche Scherze gemacht und Probleme gewälzt, die für das Vorankommen der Erzählung völlig irrelevant sind.
Selbst als die Eingangstür verschlossen ist und die erste Person erhängt aufgefunden wird, will sich noch keine Spannung einstellen, was nicht zuletzt den schwachen Figurenzeichnungen geschuldet ist.
Das „Eden House“ vermag nur selten eine klaustrophobische Stimmung zu erzeugen, da es lediglich in einigen engen Schächten prekär zugeht und die grummelnden Geisterstimmen kaum Wirkung zeigen. An Jump Scares findet sich tatsächlich nur eine zündende Szene, der Rest wird komplett gegen die Wand gefahren.
So geht es im Verlauf um Belial, ein spätes Geständnis, dubiose Suizide und einen Twist, welcher zumindest kleine Freiräume für Interpretationen lässt und die Chose nicht ganz so mies ausschauen lässt, als sie sich im Gesamtbild präsentiert.
Die Mimen performen gelangweilt und entfachen kein Interesse, die wenigen Gewalteinwirkungen könnten fast schon als FSK12 durchgehen, während die Bedrohung zu wenig düster daherkommt, um eine spannende Atmosphäre zu schüren.
Ein uninspirierter Streifen, der bis auf den finalen Twist kaum von Kreativität zeugt und von daher weder Gruselfreunden noch Liebhabern dämonischen Treibens zu empfehlen ist.
3 von 10