Review

Ein Reiter wird von einer Bande Verfolgern durch die Wüste gejagt. Als er sein Haus erreicht wird er unter den ängstlichen Blicken seiner Frau von ihnen gefesselt, auf seiner Pferd gesetzt und ihm wird ein Strick um den Hals gelegt, welches die Verfolger an einem Baum über ihm befestigt haben. Er wechselt mit seiner Frau einen letzten innigen Blick, bevor er dann begleitet von ihren Schreien dem Pferd die Sporen gibt...
Der Anführer der Mörder guckt die Frau ohne ein Wort zu sagen an und dann reitet die ganze Bande davon.
Wenig später treffen die Brüder des Ermordeten am Haus ein und schauen der Frau zu wie sie ihrem Mann ein Grab schaufelt, ohne ein tröstendes Wort gehen sie ins Haus.

Während des gesamten Anfangs gibt es keine Dialoge, präsentiert wird das ganze in den fahlen Erdtönen der Wüste ohne bunte Farben...
Allein schon diese ersten 10 min. des Films sind unglaublich kunstvoll für einen Western... doch es bliebt nicht das einzig kunstvolle am Film.

Im weiteren Verlauf des Films heuert die Witwe Manuel, einen Gunfighter der eigentlich nie mehr zur Pistole greifen wollte, an, den Tod ihres Mannes zu rächen.
Er entgegnet ihr: "Rache wird dich niemals befriedigen, du weißt es nur noch nicht.'", doch trotzdem nimmt er den Job an und spielt ab sofort den Rächer.
Manuel wird von Robert Hussein, dem Regisseur selbst, verkörpert, der hier eine großartige Arbeit abgeliefert hat.
Ich finde Friedhof ohne Kreuze hebt sich deutlich von den meisten Italowestern ab.
Die Story ist einfach, aber sehr gut, tolle Schauspieler, eine eingängige Musik und fantastische Bilder sorgen für den Rest.
Sehr gut gefällt mir der Charakter Manuel, er ist nicht der Standart Held oder Antiheld aus anderen Western, er verkörpert einen einsamen Mann der irgendwie traurig und gebrochen wirkt. Trotzdem hat er eine ungeheuer sympathische Ausstrahlung. Allein schon seine erste Szene, wo die Witwe in eine scheinbar vollkommen verlassene Geisterstadt kommt, der Heimat von Manuel wo er einsam auf einer Veranda sitzt und an einem Stück Holz schnitzt und ihr erklärt das er keine Waffe mehr anfassen will, ist sehr eindrucksvoll und zeigt dass er sich vor langer Zeit aus dem Leben zurückgezogen hat und die Einsamkeit sucht.
Nachdem er aber doch den Racheengel für sie spielt, zieht er immer bevor er seinem blutigen Handwerk nachgeht einen schwarzen Handschuh an, begleitet von einer sehr genialen, atmosphärischen Musik, was wohl die dunkle, brutale Seite von ihm symbolisiert.
Aber noch mal zurück zur Story:
Der Anführer von Ben's(Ben ist der Gehängte)Mördern ist ein gefürchteter Mann in der Gegend der viele Männer hat, die Angst und Schrecken in der Umgebung verbreiten. Manuel schafft es von ihm angeheuert zu werden und entführt dessen Tochter, denn der letzte Wunsch der Witwe ist, die Mörder zu demütigen in dem sie Ben in der Stadt zu Grabe tragen und vor seinem Grab niederknien müssen, was sie mit der Geisel erpressen will. Dass klappt soweit auch doch als sich dann noch Bens Brüder einmischen die Gold als Wiedergutmachung für den Toten wollen, gerät alles langsam außer Kontrolle... im Verlauf des Films müssen dann alle ihr Leben lassen.
Besonders möchte ich noch mal auf die tolle Inszenierung des Films hinweisen, bis auf den Anfang gibt es noch einige andere kunstvolle gedrehte Szenen.
Zum Beispiel die Szene in der Manuel die Witwe besuchen will: Man sieht den einsamen Reiter weit hinten in der Wüste reiten und langsam näher kommen, während die Kamera sich langsam nach links bewegt und ganz im Vordergrund rückt ein Busch ins Bild in dem ihr schwarzes Tuch hängt, das Tuch ist durch die gewählte Kameraperspektive viel größer als der Mann im Hintergrund und man ahnt schon dass etwas Schreckliches passiert ist und er zu spät kommt... pure Poesie!
In einer anderen Szene sitzt er alleine in einem Haus in der verlassenen Stadt, die scheinbar sein Zuhause ist und spielt er alleine Roulette. Das spiegelt die Sinnlosigkeit des ganzen Filmes(bzw. von dem was im Film geschieht) wieder. Genau wie es beim einsamen Roulettespiel keinen Sieger gibt wird es auch bei der blutigen Rache keinen Gewinner geben.
Erwähnenswert ist noch das Dario Argento bei dem Film mitgewirkt hat!

Insgesamt ist Friedhof ohne Kreuze ein exzellent inszenierter Italowestern, ernst und hart, mit guten Schauspielern und einigen unvergesslichen Szenen, den man unbedingt gesehen haben sollte!

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