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Der Panda Po will Kung fu Kämpfer werden und als eine Prophezeiung offenbart, dass er der lang ersehnte Drachenkrieger sein soll, bekommt er auch die Chance, einer zu werden. Nur widerwillig nimmt der Meister Shifu ihn unter seiner Fittiche und auch die restlichen Schüler begrüßen den neuen eher widerwillig, als jedoch der gefürchtete Tai Lung aus dem Gefängnis ausbricht, wird Po mehr oder weniger gezwungen, die Prophezeiung zu erfüllen.

"Kung fu Panda" überzeugt hauptsächlich wegen seiner visionären, rundum gelungenen Animation. Die Figuren sind dabei nicht besser animiert, als zuletzt bei "Ratatouille" oder schon früher bei "Ice Age", aber die Action- und Kampf-Szenen haben eine Dynamik, wie man sie bisher in keinem Animationsfilm zu Gesicht bekommen hat. Ein Ausbruch aus einem Gefängnis mit Hunderten von Wachleuten, ein Kampf auf einer Hängebrücke, bis hin zum finalen Duell, sowohl qualitativ, als auch quantitativ können die Action-Szenen voll und ganz überzeugen. Darüber hinaus ist der Film mit Hans Zimmers gelungenem Score gut unterlegt und damit ist der Animationsfilm handwerklich hervorragend gelungen.

Die Macher liefern Gags am laufenden Band und wissen durchaus zu amüsieren, auch wenn der eine oder andere zu naiv und kindisch geworden ist. Außerdem ist auch die Story einfach zu kindgerecht und in meinen Augen nicht familientauglich genug. Bei "Ratatoullie" ist der Grat zwischen einem kindgerechten Film, der aber auch Erwachsenen gefallen kann, ganz gut gelungen, aber hier ist der Grat an Naivität einfach zu hoch. Die Story ist komplett vorhersehbar, die Charaktere sind viel zu einseitig gestrickt und das Werk ist einfach zu vorhersehbar, um Spannung oder Ähnliches aufkommen zu lassen. So läuft die Handlung auch zu glatt ab, um irgendwie überzeugen zu können und auch die nervigen Plädoyers am Ende über Selbstvertrauen und innere Stärke, die man sich in jedem zweiten Film des Genres ansehen muss, stören gewaltig.

Andererseits machen die simplen Charaktere und die niveaulose und glatte Handlung den Film auch bis zu einem gewissen Grat liebenswerter und sympathischer. Damit kann er Erwachsene zwar unterhalten, mehr aber auch nicht, wobei ihn Kinder, gerade wegen der hervorragenden, dynamischen Action lieben werden und das hohe Einspielergebnis zeigt, dass sich einige Familien an dem Werk erfreut haben dürften. Wer jedoch ein Eastern-Fan ist und sich tiefere Einblicke in den asiatischen Film, bzw. in die Kampfkunst erhofft, wird wohl bitter enttäuscht werden, da lediglich die typischen Eastern-Klischees aufgewärmt und verwendet werden.

Fazit:
"Kung fu Panda" unterhält vor allem wegen seiner dynamischen Action-Szenen, die neue tricktechnische Maßstäbe aufstellen und einiger gelungener Gags. Aufgrund der hohen Naivität und der vorhersehbaren Story kommt er aber nicht über diesen soliden Unterhaltungswert hinaus, wobei er vor allem den ganz Kleinen sehr gut gefallen dürfte.

58%

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