Review
von Leimbacher-Mario
Fiese Fussfessel
„100 Feet“ von Eric Red, der Mitte/Ende der 80er sowohl als Schreiber wie als Regisseur ein paar klasse Momente hatte („The Hitcher“, „Cohen & Tate“), ist ein klasse Geistergrusler, der mich wirklich bei Laune und wach gehalten hat. Er zeigt uns eine Frau, die zwei Jahre im Gefängnis saß, weil sie ihren gewalttätigen Cop-Ehemann in Notwehr umgebraucht hat. Nun soll sie das letzte Jahr in ihrem New Yorker Reihenhaus mit Fußfessel absitzen - blöd nur, dass der Geist ihres Schlägermannes dem Wort nachtragend eine ganz neue Bedeutung zuträgt...
Ich wusste vorher nicht, was mich erwartet und was da kommt, dachte kurz vor dem ersten heftigen Schock sogar kurz, dass es zwar Gruselstimmung ala „The Others“ gibt, das Teil aber vielleicht eher in Richtung eines „Panic Room“ gehen könnte. Doch im Endeffekt war ich auch mit der sich dann ergebenden Richtung zufrieden. Das Thema häusliche Gewalt und somit ein ganz weltliches, realistisches und schmerzhaftes Thema, wird klasse als Rückgrat benutzt, die Stimmung in dem verlassenen Haus ist gänsehautverdächtig, Frau Janssen kann endlich mal zeigen, dass (zumindest etwas) mehr in ihr steckt, und mittendrin gibt es sogar eine beinharte Splatterszene aus dem Nichts, die unheimlich weh tut und auch noch eine Figur erwischt, die man nicht sterben sehen will. Erst recht nicht derart heftig. Spätestens da werden dann auch alle Zweifel behoben, ob die Dame sich das nicht doch alles einbilden könnte. Die Doppeldeutigkeit und der Hintergedanke geht dabei aber zum Glück nicht komplett flöten. So wird die Balance aus alter und neuer Schule, aus „Hellraiser“ und „Babadook“, solide gehalten und konsequent runtergespielt. Selbst wenn der blurry, computeranimierte Geisterdämon sich jetzt nicht allzu top gehalten hat.
Fazit: ein Geisterfilm wie kein anderer - empfehlenswert vom Scheitel bis zur Sohle!