Review

Als ich das interessante Cover in den Händen hatte, habe ich im ersten Moment nicht damit gerechnet, mir in den nächsten gut anderthalb Stunden den 684. Haunted House-Horror-Streifen zu Gemüte zu führen… aber nichts anderes war es im Nachhinein, und dazu nicht einmal einer von der akzeptablen Sorte.

Business as usual: Eine Frau, ein altes Gemäuer, das seine besten Tage schon hinter sich hat, und ein Geist. Diese Konstellation kann gut gehen, muss aber nicht... und das beste Beispiel dafür spielte sich unmittelbar vor mir ab.
Die arme Marnie (Famke Janssen) hat in Notwehr ihren prügelnden Ehemann ins Jenseits befördert und muss jetzt mit den Konsequenzen leben: He is back - Stronger than ever… wie es immer so „schön“ heißt. Zu allem Übel hat man ihr Fußfesseln angelegt, deren Aktionsradius den Filmtitel auf den Punkt bringt. Und an dieser Stelle fängt der Schwachfug an: Stellt man den Radius wirklich soweit ein, dass Frau es weder zum Briefkasten noch in den Keller schafft? Story und Erzählweise hinken von Beginn an und einzelne Handlungen der Haupt-Protagonistin führen immer wieder zu allgemeinem Kopfschütteln. Auch die Darstellung des Geistes, der irgendwie wie Michael Myers auf LSD rüberkommt, wirft immer wieder Fragen auf: Was möchte er damit bezwecken, indem er seine Holde weiterhin verprügelt, die Treppe runterschubst oder an die Wand klatscht? Das Ganze wiederholt sich täglich, bis zum eigentlichen Highlight (ACHTUNG SPOILER!), dem blutigen und durchaus ansehnlichen Mord an seinen Fleisch gewordenen Nebenbuhler, der letztendlich sogar die 16er-Freigabe rechtfertigt. Ansonsten herrscht Langeweile auf ganzer Linie: Trotz ein, zwei akzeptabler Schock-Sequenzen kaum Spannung aufkommen und auch der finale „Endkampf“ entlockt dem Glotzgutachter, der sich tapfer bis hierhin geschleppt hat, aufgrund bescheidener Inszenierung eher ein Lächeln als eine zufriedene Miene. Schauspieler, Kameraführung und Score versuchen das Beste aus dieser wirren Inszenierung zu holen, scheitern aber leider erbärmlich aufgrund eben genannter Unzulänglichkeiten.

Der Geist geht und zurück bleibt die Frage, wie man die letzten 90 Minuten sinnvoller hätte verbringen können... und da ging mir tatsächlich so einiges durch den Kopf, denn mit Einsetzen des Abspanns ist dieser belanglose und wirre Genre-Beitrag auch schon wieder vergessen. Schade darum!

5/10

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