Der junge New Yorker Anthropologe geht im Rahmen einer gesponserten Forschungsarbeit nach Thailand, um dort angeblich einen nahezu unberührt lebenden Stamm an der Grenze zu Burma zu erforschen. Doch den Stamm gibt es gar nicht und Jake versackt immer mehr im tropischen Paradies mit billigen Drogen, Alkohol und Frauen. Seine besorgte Mutter (Ellen Burstyn) möchte, dass er zurückkommt, zumal er wegen seiner Forschungsgelderschwindeleien vor Gericht erscheinen soll. So schickt sie seinen jüngeren Brüder Oliver (Tate Ellington) nach Thailand, er soll ihn überreden, wieder nach Hause zurückzukommen und ein geregeltes Leben zu führen. Leider fühlt sich Oliver nun auch bald sehr wohl in Thailand, verliebt sich und denkt nicht daran, zurückzukehren.
„The Elephant King“ von 2006 ist der erste Langfilm des Amerikaners Seth Grossman und lt. einem Interview flossen auch viele autobiografische Elemente in sein Debüt mit ein.
Für einen Debütfilm fallen besonders die guten Schauspieler und die hervorragende Kamera auf, die gerade verzauberte Bilder aus dem Norden Thailands, aus Chang Mai, liefert. Für witzige Sequenzen sorgt auch der Vater von Jake und Ollie, der beide Söhne eher beneidet, dass sie sich nun in Thailand ausleben und das Leben genießen können.
Auch gibt es immer wieder wunderbare Szenen, die die sprachlichen Missverständnisse zwischen Thais und Ausländer karikieren: so zeigt die empörte Vermieterin Jake ein selbstgemaltes Bild mit einem durchgestrichenen Elefanten, um ihn unmissverständlich klar zu machen, dass der kleine Elefant nicht am Pool bleiben kann. Und wer einmal in Thailand war, erkennt wohl so einige Dinge wieder, so wie der berüchtigte Thai-Whiskey und die unvermeidbaren Karaoke-Shows.
Leider ist dafür die eigentliche Geschichte oft zu vorhersehbar und v.a. der Charakter von Jake ist wie die Karikatur eines über die Stränge schlagenden Touristen. Es ist auch die Frage, warum der jüngere Bruder Ollie sich überhaupt auf diese Reise eingelassen hat, so groß sind die Unterschiede zu seinem extrovertierten Bruder, dass man sich fragt, was diese Brüder emotional überhaupt verbindet. Zwar soll Ollie seinen Bruder im Auftrag zur Rückkehr überreden, aber nach ihrer Vorgeschichte (offensichtlich litt Ollie sehr unter Jakes Dominanz) ist dieses Unterfangen eh zum Scheitern verurteilt.
Zudem, obwohl der Film nur knapp 90 Minuten lang ist, bleibt ein wirklicher Spannungsbogen irgendwie aus und es zieht sich sogar, sodass man manchmal geneigt ist zu denken, dass man dieselbe Geschichte auch gut in einem Kurzfilm hätte erzählen können. Auch die Symbolik mit dem Elefanten ist etwas sehr wuchtig und zu platt für so einen ruhigen Film und wirkt dann eher wie ein Fremdkörper. Insgesamt ein interessanter Film, der einiges verspricht für die filmische Zukunft von Grossmann, der aber ziemlich viele Unebenheiten in der Story hat, sodass es viele andere positive Aspekte oft schwer haben.