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Eine Geschichte, die das Potential für einen dramatischen und tragischen Film hätte, wurde gnadenlos in den Sand gesetzt. In einem schwarzafrikanischen Staat wird der Ausnahmezustand ausgerufen, alle Ausländer müssen das Land verlassen. Zwei junge amerikanische Frauen machen den Fehler einen Fremden auf dem Weg zum Flughafen mitzunehmen, der dann akkurat mit Unmengen Heroin im Gepäck auffliegt. Die beiden werden ins Gefängnis mit dem Spitznamen "Fegefeuer" geworfen, die US-Botschaft zeigt sich mehr am Abwimmeln der Angehörigen als an ihrer Freilassung interessiert. Im Gefängnis wird die eine der beiden Gruppenvergewaltigungen durch Schwarze unterworfen. Sie kommt rasch in die psychiatrische Abteilung, wo sie sich aufhängt. Die andere, d.i. Tanya Roberts, wird zur Prostitution gezwungen. Die Einnahmen durch Prostitution der Häftlinge scheint auch der Hauptzweck dieses Frauengefängnisses zu sein. So weit, so gut. Der Film zeigt jedoch keinerlei Sexszenen und fast keine nackte Haut. Er zeigt aber auch nicht den sonstigen Gefangenenalltag, alles was man sieht ist ein bißchen Rumgeheule. Dann gibt es z.B. eine schwarze, sexy gekleidete Aufseherin unter dem sonstigen männlichen Personal, die zwar oft anwesend ist, deren Funktion und Persönlichkeit aber völlig unterbeleuchtet bleibt. Der Regisseur ist aber nicht nur, durch die vermutlich von Warner Brothers vorgegebene Regel: No Sex gehandikapt, sondern versteht sein Handwerk überhaupt nicht. Der FIlm zerfällt in lauter Schnipsel, bei denen jeweils ein neues Datum eingeblendet wird. Wenn es spannend werden soll, wird zwar die Musik überdramatisch, das ist aber das einzige, was er zur Spannungssteigerung zu tun vermag. Im Finale erreicht der Film dann doch noch das Niveau eines durchschnittlichen Actionstreifens. Die auf eigene Faust von einem Angestellten der US-Botschaft betriebene Nachforschungen deuten immer wieder auf eine "große Sache" hin, was diese sein soll, bleibt unklar. Wenn damit nur der Bordellbetrieb gemeint ist, warum sollte dieser dadurch gefährdet werden, daß zwei unschuldigen US-Staatsbürgern ein Verbrechen angehängt wird, von dem man weiß, daß sie unschuldig sind? Das entbehrt jeder Logik. Genauso wie der Film größtenteils der Spannung entbehrt, und jeder Erotik oder Sleaze sowieso. Das einzige was durchkommt, ist Tragik, und die wird durch die Heulerei nicht wirklich unterhaltsam. Ich kann ja oft auch schlechten WIP-Filmen noch was abgewinnen, an diesem Streifen ist jedoch wirklich nichts Positives zu finden.

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