Review

Gesamtbesprechung

T. J. Hooker ist kein normaler Cop: Er lehnt die Beförderung zum Captain ab; er bleibt lieber bei seinen Leuten auf der Straße, als sich am Schreibtisch zu langweilen. Daneben gibt er seine Erfahrungen als Ausbilder an die jungen Kollegen an der Polizeiakademie weiter. Nachdem seine Ehe, aus der er zwei Töchter hat, scheitert, wird sein Team zu einer Ersatzfamilie für den Cop: Für den jungen Vince Romano und die attraktive Stacy ist T. J. Hooker Partner, Freund und Vater.
William Shatner scheint irgendwie ein Faible für nahgottgleiche Charaktere zu haben. War Captain Kirk schon eine übertriebene Figur, dem man noch sein Draufgängertum verzeihen konnte ist sein T.J. (steht für Thomas Jefferson) Hooker beinahe kurz vorm Superheldenstatus und mit Superman auf du und du. Hooker ist diensteifrig bis zum Steinerweichen und man kann seine Frau verstehen, das sie ihn deswegen auch verließ. Beförderung lehnt er ab, da er seinen geliebten Streifendienst für einen Schreibtischjob aufgeben müßte. Zudem schwebt stets der moralische Zeigefinger über den Episoden und es ist Ehrensache das er auch locker junge Drogendealer zu Fuß in Grund und Boden läuft.
So unrealistisch der Charakter auch gezeichnet ist, so unterhaltsam sind dafür auch teilweise die Episoden. Es wird das komplette Copszenariogenerierungsprogramm abgespult und erfreulicherweise nimmt die Action genügend Raum ein, so daß in jeder Folge wenigstens eine Keilerei, ein kleiner Shootout oder wenigstens eine Autoverfolgungsjagd drin ist. Apropos Auto, Hookers Dienstwagen haben die für sie unangenehme Eigenschaft einer sehr kurzen Lebenserwartung. Man sollte echt mal nachzählen wieviele seiner Dienstwagen er zu Schrott verarbeitet. Eine Führerscheinnachprüfung würde er jedenfalls nie im Leben bestehen.
Man bekommt auch immer das Gefühl Hooker hätte seinen gesamten Bekannten- und Verwandtenkreis bereits beruflich durchgemacht, ständig hat ein alter Kumpel oder Schulfreund Probleme oder dem Vetter dritten Grades ist was schlimmes passiert. Als Partner steht ihm dabei Rookie Vince Romano zur Seite, später wird das Team noch um zwei Leute ergänzt, unter anderem mit der Tochter des Captains, die fortan auch als Augenschmaus ihre Arbeit leistet. Trotzdem werden auch weiterhin die Dienstvorschiften eher als Vorschlagsliste, denn als Handlungsgrundsatz behandelt.
Shatner kämpft aber eher vergebns gegen sein Kirk Image an. Zu viele seine Gesten und mimischen Regungen erinnern an Star Trek. Zudem ist seine Rolle auch ein wenig kirkisch angelegt. Auch der Humor kommt natürlich nicht zu kurz, liegt aber etwa auf dem Niveau der Unterhaltungen mit Pille. Die Serie schaffte es auf fünf Staffeln und etwa 90 Episoden und ist insgesamt doch eher durchschnittlich. Zum gelegentlich reinschauen aber geeignet.
5/10

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