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Ein Bootsbauer lässt zwei Mädels in einem seiner Produkte auf dem Meer aussetzen, mit der Idee sie medienwirksam retten zu lassen und so Werbung für seinen Kahn zu machen, doch der Plan scheitert, denn die beiden Ausgesetzten begegnen dem Geisterschiff der reitenden Leichen und lassen auf ihm ihr Leben, was den Bootsbauer und ein paar Helfer auf den Plan ruft, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Dass die Idee rund um die reitenden Leichen schnell erschöpft war, konnte man nach dem guten ersten Teil in dem wenig Neues bringenden zweiten Teil der Reihe bereits erkennen und so musste etwas Abwechslung her und Amando de Ossorio schickte seine galoppierenden Toten nicht ins Weltall oder ins Internet, wie es heutzutage der Fall ist, wenn eine Horrorreihe frischen Wind braucht, sondern auf die hohe See. Die Geschichte ist hierbei recht langatmig ausgefallen, den Figuren werden keine erkennbaren Charakterisierungen zu Teil und die unnötig gestreckten Dialoge sorgen ebenfalls nicht für Begeisterungsstürme. Besonders unangenehm empfinde ich den Versuch, das Phänomen des Geisterschiffes, welches seit Jahrhunderten ungesehen (wenn man mal die Sichtung durch die Opfer ausser Acht lässt) auf Kurs geht, zu erklären. Dies geschieht in Form eines Professors, der das Ganze mit einer anderen Dimension bzw. einem Sprung im Zeitgefüge erklärt, was sich im Laufe des Filmes dann auch bewahrheitet, als die auf dem Geisterschiff Versammelten vergeblich versuchen, sich einem wenige hundert Meter an ihnen vorbeischippernden Kutter bemerkbar zu machen.
Erst knapp nach der Hälfte der Laufzeit haben die titelgebenden Wesen ihren ersten Auftritt und der kann sich so wie alle weiteren Auftritte sehen lassen, denn die aus den ersten beiden Teilen bekannte Gruselathmosphäre wird bei ihrem Erscheinen wieder aufgebaut. Die gelungene Musik ist die selbe wie in den Vorgängern und hinzu kommen stimmige Sounds wie quitschende Särge und munter vor sich hinpfeifende Winde. Der Schauplatz des modrigen Schiffes ist der Horrorathmo ebenfalls sehr zuträglich, denn mit seinem dunklen Unterdeck, den knarrenden Brettern und dem ständig vorherrschenden Nebel kann man das Fehlen der Ruinen und Friedhöfe der ersten beiden Teile ausgleichen. Vermissen tue ich die zeitlupigen Reiteinlagen, aber die hätten auf dem Schiff dann wohl eher lächerlich gewirkt.
Wer auf Grund der Beschlagnahmung des Filmes mit einem Gedärmegewitter rechnet, wird am Ende wohl ziemlich verdattert sein, denn Bluteffekte gibt es in diesem Teil bis auf eine harmlose Enthauptung und ein paar rote Farbschmierereien nicht. Die Masken der (diesmal nicht reitenden) Leichen finde ich wie in den Vorgängern gelungen (es dürften wohl auch die selben sein) und die kultigen starren Skeletthartgummifinger sind ebenfalls wieder mit dabei.

Insgesamt fällt der dritte Teil der reitenden Leichen Reihe inhaltlich und spannungstechnisch gegenüber den ersten beiden Teilen ab, da kann auch die stellenweise dichte Gruselathmosphäre nichts dran drehen und so ist dieses Werk eher was für Komplettisten der Reihe.

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