Review

Die reitenden Leichen – jetzt auch beim Wellenreiten!

War schon Teil 2 nicht mehr der absolut wahre Jakob, so kann die Verlagerung der blutgierenden untoten Templer vom Land aufs Meer der ursprünglichen Idee auch nicht mehr abgewinnen. Ganz im Gegenteil, es wird sogar noch langweiliger, obwohl auch hier der klassische Belagerungszustand (eigentlich ein Westernmotiv) zum Vorteil hätte gereichen müssen.

Aber am „Geisterschiff“ stimmt schon so gut wie nichts mehr und ich denke nicht, dass de Ossorio bei diesem Aufwasch außer der Örtlichkeit noch weitere Ideen gehabt hat.
Allein die Grundkonstellation wirkt an den Haaren herbeigezogen: für einen Publicity Stunt werden zwei Models mit einem angeblich unsinkbaren Boot im Nordatlantik ausgesetzt, damit sie von irgendeinem Kreuzfahrtschiff aufgelesen werden und so Werbung machen. Leider hat man die Route verfehlt und per Nebelbank geraten die Mädels an das verfluchte Geisterschiff der Templer, die so halb durch eine Paralleldimension schippern. Natürlich ruhen im Bauch des Schiffes die üblichen Untoten und alsbald ist der Einsatz des Firmengründers und der organisierenden Modelchefin gefragt, gemeinsam mit einem studierten Professor, der für die nötige Back Story sorgt.

Ja, das wars, außer das sämtliche Aktionen auf dem Schiff ziemlich blutarm und in die Breite gezogen sind. Die Herren Templer machen sich rar, viel zu töten gibt es sowieso nicht und meistens machen die Beteiligten nur Kokolores. Allerdings haben wir es auch mit einem echten halben Dutzend fieser Möppe zu tun, denn die Models sind eher schlicht von der Intelligenz beglückt, der Prof ist geistig meistens abwesend und sowohl Chef wie Angestellte sind eiskalte Arschlöcher, die zwischendurch schon planen, die restlichen Beteiligten notfalls „loszuwerden“.
Über die frühe Sequenz, in der ein besorgtes Model wegen der PR von Vorgesetzter und Schergen wie ein zu missbrauchendes Entführungsopfer weggesperrt wird, will ich mal gar nicht sprechen.
Abgesehen von der netten Schlußpointe ist der Film selbst bei 82 Minuten Lauflänge enorm leer und fade und verschenkt sämtliche Möglichkeit des Settings meistens schon im Ansatz, was bei der hübschen Kulisse leider besonders schade ist.

Wer wirklich ein Hardcore-Templer-Fan ist, der wird sicherlich auch hier irgendwie zufrieden sein, aber der dritte Aufwasch von Gejammer und Eingefrorensein der Opfer, bis man denn mal endlich an seiner relativen Unfähigkeit stirbt, war für mich schon einer zuviel. (3/10)

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