Review

Nachdem im 3. Teil ihr Geisterschiff niedergebrannt wurde, beschlossen die untoten Templer, das Schwimmen aufzugeben und wieder auf ihre Pferde zu steigen. Natürlich handelt es sich auch hierbei um keine Fortsetzung, sondern um einen eigenständigen Film, der sich nicht wirklich auf die Vorgänger bezieht. Aber erstmal zur Story:

Ein Arzt zieht mit seiner Frau in ein kleines Küstendorf, wo er die Stelle des Dorfarztes übernehmen soll. Hier begegnen ihnen die Einwohner jedoch mit Misstrauen und Verachtung. Schon bald finden sie auch den Grund heraus: Nachts steigen in der nahegelegenen Burgruine die Templer aus ihren Gräbern. Um größeren Schaden abzuwenden, übergeben die Bewohner deshalb ihre Jungfrauen den Templern, welche diese dann in blutigen Ritualen abschlachten. Doch der Arzt und seine Frau wollen sich das Treiben nicht mehr länger mit ansehen und greifen ein.
Davon sind nicht nur die Einwohner nicht begeistert, sondern auch die reitenden Leichen klopfen schon bald bei den beiden erbost an die Tür.

Kritik:
Es ist schon witzig, wie oft sich die Location der Burgruine der Templer ändert: In Teil 1 lag sie in einer abgelegen, unbewohnten Gegend, in Teil 2 war sie in der Nähe eines Dorfes, im 3. Teil gab es keine Ruine (dafür haben die Templer Schwimmkurs genommen) und hier befindet sich die Ruine plötzlich an der Küste. OK, Schwamm drüber, man muss sich halt damit abfinden, dass es sich hierbei um kein echtes Sequel handelt. Aber wissen die Templer auch beim 4. Versuch noch zu gefallen? Ich sage ganz klar: Ja!

Am meisten punkten kann der Film natürlich mal wieder mit seiner Atmosphäre. Besonders die Nachtszenen sind hier sehr gelungen: Möwen schreien, Glocken ertönen (woher eigentlich?), die Templer steigen aus ihren Gräbern…Allerdings hat man die Auferstehungsszenen leider aus Teil 1 wiederverwendet (wie auch schon bei „Rückkehr der reitenden Leichen“), was nun schon etwas nervt, da man es somit das 3. mal sieht. Wenn die Templer dann aus der Burg geritten kommen und sich dem Dorf nähern, weiß der Film aber wieder zu gefallen. Auch die Opferungsszenen am Strand sind gelungen (Frauen werden an Felsen gebunden, bis die Templer sie sich holen). Am Anfang braucht der Film etwas bis er in Fahrt kommt, durch die gute Atmosphäre wird es aber nie richtig langweilig. Am Ende wird der Film dann aber zunehmend spannender.
Erwähnenswert ist auch noch die atmosphärische Eröffnungsszene, welche ein kleiner Rückblick darstellt. Hier fällt ein Pärchen den Templern (noch in Menschengestalt) in einem nebeligen Wald in die Hände und werden schließlich von Ihnen geopfert.
Die Musik ist mal wieder die gleiche wie in den ersten drei Teilen, kann aber erneut wieder überzeugen, da sie sehr zur Atmosphäre des Filmes beiträgt.

Wenn man den dt. Titel hört („Blutgericht“), könnte man meinen, dass es hier wieder recht derbe zur Sache geht, aber weit gefehlt…Bis auf die Opferungsszene am Anfang gibt es hier kaum bzw. kein Blut zu sehen. Es wird noch mal jemand von einer Klippe gestürzt aber das war es dann auch wirklich in Sachen Gore. Ich bin mir sicher, dass der Film in der heutigen Zeit locker eine FSK 16 bekommen würde(die Indizierung wurde ja schon aufgehoben).
Die Spezial- und Make Up-Effekte können für einen Film diesen Alters auf jeden Fall überzeugen. Lediglich die bei Tag gedrehten Nachtszenen stoßen mal wieder etwas übel auf.

Die beiden Hauptdarsteller sind erstaundlich gut und bringen ihre Rollen glaubhaft rüber. Dafür sind aber die Nebendarsteller mal wieder das allerletzte, was besonders für den Dorftrottel gilt.

Kommen wir mal wieder zum Trash-Anteil: Man kann klar sagen, dass der 4. Teil bei weitem nicht so trashig ist, wie Teil 3. OK, das liegt auch daran, weil bei Teil 3 die Story und Effekte absolut grottig waren. Unsere lieben Templer sind aber genauso trashig wie eh und je…. Die gesunde Küstenluft hat den „reitenden Leichen“ nichts geholfen, weshalb sie so lahm wie immer sind.
Trotzdem gibt es noch einige andere Trash-Anteile in dem Film: Da wäre zunächst mal wieder der obligatorische Dorftrottel. Während dieser in Teil 2 immerhin noch einen Zweck erfüllte, so ist in diesem Teil nur noch „Füllmaterial“ und bleibt für die Handlung eigentlich völlig unwichtig. Dann wären dann noch die Dorfbewohner, von denen die Frauen alle in schwarzen Gewändern herumlaufen. Diese weigern sich strikt, mit unseren beiden Helden zu reden und stehen ihnen von Anfang an feindlich gegenüber, warum auch immer.
Aber auch so einige Handlungen der Figuren sind wieder mal einfach nur dämlich. Beispiel: Unsere Helden schleichen sich zum Strand und beobachten, wie eine Frau nachts an den Felsen gebunden wird. „Das ist wahrscheinlich nur ein ganz normales Ritual“ sagen sich die beiden und verschwinden wieder (bevor die Templer angeritten kommen).

Fazit:
So, hier haben wir nun den letzten Teil der „reitenden Leichen“-Reihe…die einen werden jubeln, andere (wie ich) sind traurig ;-). „Blutgericht“ ist im Vergleich zu den Vorgängern recht spannend und auch nicht mehr arg so trashig, obwohl die Story natürlich wieder einige Löcher besitzt. Für Fans klassischer Horrorfilme ist der Film jedenfalls ein Muss. Und da ich zu dieser Gruppe gehöre ich, gebe ich (aus Nostalgiegründen):

10/10

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