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Wie ein Arnie-Vehikel in den 70ern ausgesehen hätte…?

Immer ein gutes Stück im Schatten von sowas wie „Commando“, „Cobra“ oder noch größeren Kalibern, konnte sich „Raw Deal“ erst im Heimkino zu einem Schwarzenegger-Favoriten mausern. Teils wirkt der Actioner als wäre er zehn Jahre älter als er ist, doch dann immer wieder versetzt mit brutaler und spektakulärer Action und Aura, die eben nur in den 80ern möglich gewesen ist… Erzählt wird in diesem testosterongeladenen Haifischbecken von einem ehemaligen FBI-Agenten, der sich in eine gefährliche Mafiagang einschleust, um den Mörder des Sohnes seines ehemaligen Chefs (!) dran zu kriegen…

You should not drink and bake!

Wenn ich ohne Vorwissen und vollkommen naiv an die Sache herangehen würde, hätte ich darauf gewettet, dass „Raw Deal“ ein eher früherer Arnie eventuell von 1979/80 sein könnte. Aber nein, er ist zwar lange Zeit etwas zurückhaltend im Stile der 70er von John Irvin inszeniert (von 80er-Mode und Co. abgesehen), doch er kam zu einer Hochzeit der 80er, von Arnie und des gesamten Actiongenres heraus, mitten zwischen „Commando“ und „Predator“. Man mag's kaum glauben. Für mich macht das „Raw Deal“ aber eher noch sympathischer und geerdeter als es ihm schadet. Klar, zu den ganz großen Nummern von Arnie und des Genres kann „City Hai“ nie aufschließen. Selbst nach dem krachenden, alles über den Haufen werfenden und aufholenden Finale in der ikonischen Lederjacke nicht. Dennoch mag ich seine Art sehr. Arnie wird in einer eher normalen Rolle besetzt, die noch nicht komplett auf ihn und seine Persona zugeschnitten ist. Das hätten durchaus auch Bronson oder Eastwood machen können. Doch durch eben diese Kombi - alte Schule, blutige Action, Arnies larger than life Attitüde - wird „Raw Deal“ außergewöhnlich, ungewöhnlich, bleibt er im Kopf. Noch kein Comic wie „Commando“, aber auch kein grauer Krimi des Vorjahrzents. Etwas aus beiden Welten. Tolle Bösewichte und Gesichter auch in kleineren Rollen. Ergibt sowas wie einen Geheimtipp, den doch jeder kennt. Nicht jeder liebt. Ohne den ich aber sicher nicht leben will. Eine zurückgelehnte Art der Coolness. Eine humorlose Art der Gewalt. Der steifste Arnie seit Jahren zu der Zeit. Ein seltsamer Potboiler. Strunzsolide Herrenunterhaltung.

Fazit: sicher nicht Top Tier-Arnie - aber irgendwie für mich doch nie vergessen, nie nicht gemocht, immer in meinem Herzen gewesen. „Der City Hai“ gibt auch heute noch eine lecker maskulin-unterhaltsame, bleigefüllte Suppe aus Klischees, Käse und Krawall ab! 

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