Bei einem von dem Mafia-Boss Luigi Patrovita organisierten Anschlag auf einen Kronzeugen kommt auch der als Personenschützer abgestellte Sohn des FBI-Chefs Harry Shannon ums Leben. Um sich bei den Gangstern gebührend zu revanchieren, kontaktiert Shannon den ehemaligen FBI-Agenten Mark Kaminski, der einst in Ungnade gefallen ist und sich momentan als Kleinstadt-Sheriff verdingt, und stellt diesem in Aussicht, wieder in den aktiven Dienst übernommen zu werden, falls er ihm dabei hilft, Patrovita zur Strecke zu bringen. Kaminski ergreift die sich ihm bietende Gelegenheit, ein wenig Abstand von seiner trunksüchtigen Ehefrau zu gewinnen, am Schopf, täuscht mittels einer gewaltigen Explosion auf einem Industrie-Gelände seinen eigenen Tod vor (!) und macht sich prompt auf nach Chicago, um sich unter der Identität des Berufs-Gangsters John P. Brenner (das P steht für "Pussy"!) in Patrovitas Organisation einzuschleichen und den Saustall von innen heraus auszumisten... Stallone ist die "City Cobra", Schwarzenegger der "City Hai"... und der hiesige Verleiher wird sich damals sicherlich mächtig gefreut haben, dass er ob einiger inhaltlicher Gemeinsamkeiten per Umtitelung eine Assoziation zwischen den beiden Streifen herstellen konnte, in denen die genannten 80s-Action-Ikonen jeweils als Gesetzeshüter auftreten, die dem kriminellen Abschaum mit eigenwilligen und recht rabiaten Methoden zu Leibe rücken. Schwarzenegger-Fans hatten damit zudem auch die Gelegenheit, ihren Star nach Auftritten als Fantasy-Barbar, Killer-Roboter aus der Zukunft und unbesiegbare Ein-Mann-Armee mal in einem etwas geerdeteren Part in einem "richtigen" Film zu erleben. Leider liegt aber irgendwie genau da auch das Problem: Anders als der vorhergehende, von der Geschichte her sogar noch wesentlich dünnere "Phantom Kommando", der fast zur Gänze von Arnies überlebensgroßer Leinwand-Präsenz getragen wurde und erzählerisch ganz folgerichtig in einen Schluss-Part gemündet ist, bei dem dieser eine komplette Bananenrepublik entvölkern durfte, gibt sich "Der City Hai" über weite Strecken doch tatsächlich wie ein "seriöser" Gangster-Thriller, bei dem das veranstaltete, finale Massaker, welches als großes Show-Piece die vorgefassten Publikums-Erwartungen erfüllen soll, beinahe schon wie aufgepfropft wirkt und sich wirklich nicht dramaturgisch schlüssig aus der vorhergehenden Handlung ergibt. John Irvins immerzu routinierte und auch in den Action-Einlagen bodenständige Regie verkauft einem den ganzen Radau dann auch längst nicht so gut, wie es ein Mark L. Lester getan hat... und so scheitert "Der City Hai" im Endeffekt mehr oder weniger fatal an seinen eigenen Ambitionen, denn man kann ihn einerseits wirklich nicht ernst nehmen, aber andererseits ist er auch keine derartige Actiongülle-Sause, wie es um den Dreh rum bereits ein paar Cannon-Klopper mit Chuck Norris und Charles Bronson vorgemacht haben. Erinnerungswürdig ist da nur ein kurzer Moment innerhalb des breit ausgewalzten Showdowns, wenn der gänzlich von der Leine gelassene Kaminski derart unter der Mafia-Bagage wütet, dass die Gangster kurz davor sind, selbst die Polizei zu rufen... da musste ich kurz grinsen. Unterm Strich ist "Der City Hai" für mich aber trotzdem von sämtlichen Schwarzenegger-Streifen der 80er Jahre mit Abstand der schwächste ("Red Sonja" einmal ausgenommen, denn das ist kein Schwarzenegger-Film, sondern ein Film MIT Arnold Schwarzenegger... wichtiger Unterschied!). Nun ja, irgendeiner muss ja das Schlusslicht sein...
5/10