Review

La Bomba

"Gilda" hat etliche Gemeinsamkeiten mit "Casablanca" - ein exotischer Ort, ein Liebesdreieck, der zweite Weltkrieg im Hintergrund und eine unsterblich schöne Traumfrau als Angelpunkt. Doch während bei dem Bogart-Classic alles stilvoll angedeutet wird, der Krieg noch lange nicht in feuchten Tüchern ist, die Bergman meist die Männer für sich entscheiden lässt, ist in "Gilda" alles eine Nummer größer, melodramatischer, gewagter. Rita Hayworth schwebt schärfer als es der Production Code damals eigentlich erlaubt hat, die Eifersucht in der Luft kann man fast anfassen und Gilda ist wesentlich stärker und gleichberechtigter als man auf den ersten Blick meint und es die meisten ihrer Kolleginnen zu dieser Zeit warten. Wir folgen einem gewieften Spieler, der Dank seiner Fähigkeiten in Buenos Aires einen neuen Job in einem zwielichtigen Casino ergattert. Schnell genießt er das Vertrauen seines Chefs, doch als dieser mit der unwiderstehlich schönen Gilda als Frau aus dem Urlaub zurückkommt, geraten die Dinge aus ihren Bahnen...

"Gilda" ist ein enorm fortschrittlicher Film über die Dynamik von Eifersucht, Vergangenheit und Hass(liebe), über die Anziehungskraft schöner Frauen und über Loyalität. Zu seinem Arbeitgeber. Zu sich selbst. Zu seiner großen Liebe. "Gilda" ist voller Leidenschaft, Sex und Gefühlen. Nicht immer subtil, nicht immer kitschlos, nicht immer unkonstruiert  - doch immer verdammt heiß, stilvoll und aufgeladen. Die Casinokulissen sind prachtvoll, die Männer haben gefühlt mächtig Druck, die Dialoge sind maximal zweischneidig und dann wäre da noch eine Lady namens Gilda bzw. Rita Hayworth, bei der man spätestens nach fünf Sekunde weiß, warum sie das größte Sexsymbol der 40er war. Was für ein Firecracker! Wer könnte den Männern da das Durchdrehen verdenken. Sie kaut jede Szene, egal ob im Pyjama oder legendären schwarzen Glitzerkleid. Sie verbindet perfekt Stil und Erotik. Sie ist der Traum der Männerwelt. Und sie zeigt jeder Paris Hilton oder Kim Kardashian noch immer was ein Haken ist.

Fazit: Rita Hayworth ist eine Supernova, die den düstersten Film Noir erhellt, erhitzt, erröten lässt. Sexy, sinnlich, spielerisch. Eine der schärfsten Frauen, die Hollywood je gesehen hat und die die Männerwelt um den Finger wickelt, vor Aufregung, Eifersucht und Geilheit überschäumen lässt. "Gilda" muss jeder Mann einmal in seinem Leben gesehen haben. Aber besser sitzen bleiben!

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