Nach „To the Limit“ meldete sich das Gespann aus Regisseur Raymond Martino und Anna Nicole Smith noch mit einem weiteren Actioner für PM – noch schlechter als beim ersten Versuch.
Helikopterpilotin Carrie Wisk (Anna Nicole Smith) spielt Lufttaxi für Geschäftsleute in L.A., ihr Mann Gordon (Richard Steinmetz) verdient seinen Lebensunterhalt als Cop. Der volle Terminplan der beiden steht Carries Kinderwunsch entgegen, zumal aktuell sowieso eine große Verbrechenswelle in L.A. ansteht: Der fiese Fairfax (Charles Huber) und seine Terroristentruppe jagen nach technischen Daten und gehen dafür über Leichen. Natürlich wird Fairfax zum Fluggast Carries, natürlich muss Gordon die ersten Leichen aufsammeln, da hilft Freund Zufall kräftig nach.
Bei seinem abschließenden Coup besetzen Fairfax und seine Horde einen Wolkenkratzer, riegeln das Gebäude ab und nehmen die Mitarbeiter als Geiseln. Carrie, die sie hergeflogen hat, wird dabei nicht gefangengenommen und kann sich verstecken, während ihr Mann von draußen den Terroristen auf die Schliche kommt...
Damit steht der B-Actiongemeinde mal wieder ein „Die Hard“ Rip-Off ins Haus, aber so dreist wurde selten geklaut. Viele Szenen (Erstürmung und Abriegelung des Hochhauses, behelfsmäßiges Abseilen vom Dach, verräterische Geisel usw.) werden fast eins zu eins nachgestellt, denn „Skyscraper“ enthält echt keinen Funken Kreativität. Die Hochspannung des großen Vorbildes versucht man nie zu erreichen, Carrie schleicht durchs Hochhäusle, scheint aber nie wirklich in Gefahr, stattdessen müssen gelegentlich mal Nebenfiguren oder Fieslinge ins Gras beißen. Und wenn dann der letzte Übelwicht das Zeitliche gesegnet hat, dann kann der Abspann rollen.
Ein einziger guter Ansatz ist die stereotype, aber halbwegs illustre Fieslingsriege, aus der „Skyscraper“ aber keinerlei Pluspunkte zieht. Nervig hingegen der Pseudohumor, der ebenso primitiv wie der Rest vom Film daherkommt, da darf auch mehrmalige, absolut lächerliche Fleischbeschau nicht fehlen. Um dem Zuschauer dann noch den letzten Nerv zu rauben turnt auch noch ein nerviges Drecksbalg durchs Geschehen, das zwischendurch die Mutterinstinkte der Heldin wecken darf.
Doch zu allem Überfluss mangelt es „Skyscraper“ dann noch an vernünftiger Action. Die ersten beiden Attacken der Terroristen sind noch die besten und längsten Actionszenen, in denen sich sogar die eine oder andere nette Idee findet (z.B. Raketentreffer aus Sicht des Geschosses). Danach finden sich nur noch ultrakurze und meist unspektakuläre Kampfhandlungen mit Faust, Fuß oder Knarre, die wirklich niemandem mehr hinter dem Sofa hervorlocken – und das ist selbst in der ungekürzten Fassung so.
Die Besetzung der Hauptrolle mit Talentwüste Anna Nicole Smith ist dann noch ein weiterer Sargnagel für „Skyscraper“, denn die Frau spielt so unglaublich schlecht mit ihrem verkniffenen Gesichtsausdruck, dass man es kaum in Worte fassen kann. Der Rest vom Fest ist unbekannt und ähnlich mies, allenfalls Charles Huber als dauernd Shakespeare zitierender Oberfiesling hat seine Momente – wenn er nicht gerade mal wieder gnadenlos overactet.
Mal abgesehen von zwei halbwegs passablen Actionszenen zu Beginn hat „Skyscraper“ nichts zu bieten: Extrem schlecht gespielter, saulangweiliger und außerdem noch unspektakulärer Müll, der selbst hartgesottene Genrefans anödet.