Review

One Battle after another

Die Laufzeit von rund 100 Minuten irritiert – das soll ein chinesisches Heldenepos sein, die Verfilmung eines der wichtigsten literarischen Werke Chinas, das auch die Vorlage zu John Woos knapp fünfstündigem RED CLIFF lieferte? Da ist ja der Titel fast länger als der Film! 

Nun, THREE KINGDOMS ist sozusagen die „Reader‘s Digest“ Version der Geschichte. Der Film um den legendären General Zilong (Andy Lau), der auszog, die drei Königreiche Chinas zu vereinen, hetzt von Schlacht zu Schlacht und vergisst dabei, den Zuschauer mitzunehmen. 

Wie fast immer in diesem Genre gibt es zahlreiche Protagonisten und Hintergründe, die an uneingeweihten Zuschauern gerne mal vorbeirauschen, hier geschieht dies besonders schnell. Erst gegen Ende fokussiert sich der Film auf das Duell Zilong gegen Cao Ying (Maggie Q), die als einzige neben dem Helden eine Art Profil zeigen darf. 

Wenn denn wenigstens die Schlachtenszenen sehenswert wären! Doch Regisseur Daniel Lee, der immerhin mal BLACK MASK inszeniert hat, wendet hier leider bevorzugt die „step printing“ Methode an, die Wong Kar Wais Filmen einen solch markanten Look verliehen: eine Kombination aus extremer Zeitlupe, Doppelbelichtung, starker Bewegungsunschärfe und Wackelkamera. Die Kampfchoreographien sind so leider kaum erkennbar, der Rest geht m Schnittgewitter unter. Schade um das Werk von Stunt Coordinator und Co-Lead Sammo Hung. 

Das Bemerkenswerteste an diesem Film ist noch, wie schamlos er zwei Stücke von Ennio Morricone klaut.

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