Zuerst will ich sagen, dass ich Rob Roy nicht mit Braveheart vergleichen will. Er ähnelt ihm, das ist unbestritten, aber es geht hier halt um Rob Roy und sonst nichts.
Der Film besticht vor allem durch die tollen Bilder. Die Landschaft spielt eine wichtige Rolle und spiegelt auch immer etwas die Handlung wider. Zum Beispiel der Nebel im Kampf steht für Unsicherheit oder die Sonne und das grüne Gras für Stärke und Hoffnung.
Außerdem wirkt der Soundtrack stark auf den Zuschauer ein. Ein- oder zweimal habe ich wirklich Gänsehaut bekommen. Die Musik verknüpft sich ebenfalls stark mit den Gefühlen, die uns hier dargeboten werden. Sie ist mitreißend, dramatisch und auch warmherzig.
Liam Neeson hat hier die Rolle eines schottischen, etwas weiseren und ehrvolleren Mannes, als manch anderer zu dieser Zeit. Es kommt einem bald so vor, als hätte er ein paar Jahre später nur seine Klinge gegen ein Laserschwert eingetauscht. Er würde eigentlich alles machen, um seine Familie und Freunde zu schützen oder seine Ehre zu bewahren und zusätzlich noch Gewalt zu vermeiden.
Vor allem Jessica Lange macht ihre Sache als Frau von Liam Neeson bzw. Rob Roy gut. Sie spielt so, dass man ihr die Rolle auch abkaufen kann.
Tim Roth ist ein Fiesling, wie er im Buche steht. Er ist teilweise richtig widerwärtig und man hofft die ganze Zeit über, dass er seine gerechte Strafe bekommt und ihn die Gerechtigkeit einholt.
Die Story selber ist etwas an den Haaren herbeigezogen, trotzdem ist sie denkbar. Aus einer kleinen Intrige entwickelt sich eine Kettenreaktion, dessen Ausmaß immer schlimmer wird. Es wird deutlich, dass viele Adelige ziemlich skrupellos und gierig waren. Diese Tatsache lässt sich an John Hurt erkennen, der einen Marquis spielt. Ihm sind gewisse Umstände egal und auch, ob jemand schuldig oder nicht schuldig ist. Hauptsache ist für ihn, Land zu bekommen.
Michael Caton – Jones, der Regisseur des Films hat hier meiner Meinung nach ganz ordentlich die Geschichte von Robert Roy umgesetzt. Es passiert leider etwas zu wenig und Szenen in denen es spannend wird, sind etwas rar. Es gibt auch keine Schlachtszenen zu sehen, auch wenn man sie vielleicht erwartet.
Im Vergleich zu Michael Caton – Jones neuem Film aber sicher gut. 7/10