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Der Film basiert nur teilweise auf historischen Fakten und wurde von der historischen Gestalt Robert Roy MacGregor inspiriert. Rob Roy, der von Liam Neeson gespielt wird, und mit seiner Frau Jessica Lange in Schottland lebt, leiht sich bei dem Markgrafen einen hohen Geldbetrag. Ein Adeliger, gespielt von Tim Roth, stiehlt dessen Diener jedoch das Geld und Neeson, der dies nicht beweisen kann und seine Schulden natürlich nicht zurückzahlen kann, muss fliehen. Nachdem Roth sein Haus abgebrannt hat und seine Frau vergewaltigt hat, fordert Neeson ihn zu einem Kampf auf Leben und Tod heraus.

Die Story ist solide. Statt sich auf den Konflikt zwischen Neeson und seinen Gläubigern zu konzentrieren, stellt man lieber die Beziehung zwischen Neeson und seiner Frau in aller Ruhe dar und konzentriert sich daher auch nur beiläufig auf dessen Rachefeldzug. Die Charaktere haben leider dennoch kaum Tiefe, da sie größtenteils nach dem Klischee gestrickt sind. Roth ist natürlich das typische Feindbild, Neeson ist so eine Art "Robin Hood" und Lange ist natürlich die liebende Ehefrau, die wirklich alles für ihren Mann tun würde. Die Wendungen können nicht überraschen, da die Story doch sehr nach dem gängigen Muster gestrickt ist. Die Dialoge sind natürlich wie bei vielen Monumental-Filmen übertrieben heroisch. Durch ein paar Nebenhandlungen und die ordentliche Darstellung der damaligen Gesellschaft, ist die Story dennoch solide.

Regisseur Michael Caton-Jones leistet gute Arbeit. Die Filmmusik ist hervorragend und wie bei jedem guten Monumental-Film stellenweise gewaltig und gespannt und an den ruhigeren Stellen langsam, melancholisch und getragen. Auch die Kulisse von Schottland ist sehr malerisch und wird von Michael Caton-Jones hervorragend in Szene gesetzt. Auch die Kampf-Szenen sind solide choreographiert und können somit gut unterhalten. Dennoch sind Musik, Kulisse und Kampfszenen mittlerweile durch "Herr der Ringe", "Last Samurai" und "Gladiator" bei Weitem übertroffen und wirken daher nicht mehr so eindrucksvoll. Das Erzähltempo ist wie bei jedem Monumentalfilm, der etwas auf sich hält, relativ langsam und getragen.

Der Unterhaltungswert ist ebenfalls solide. Zwar läuft der Film sehr langsam an und kann durch seine stereotype Handlung zu keinem Zeitpunkt Spannung aufbauen. Dafür ist der Mittelteil aber durch zahlreiche Kämpfe und Duelle recht amüsant und kann die ganze Zeit über einen soliden Unterhaltungswert halten, da
Caton-Jones die Handlung zu keinem Zeitpunkt auf der Stelle treten lässt. Das Finale ist relativ furios, wird aber aufgrund der Vorhersehbarkeit nicht so wirklich spannend. Nach "This Boys` life" leistet Caton-Jones also erneut gute Arbeit und direkt nach "Rob Roy" folgten mit "Der Schakal" und "City by the sea" weitere gute Arbeiten.

Liam Neeson spielt solide. Er wirkt als verratener und hintergangener Adeliger sehr authentisch und vor allem sympathisch, womit er den Zuschauer auf eine emotionalere Art an seinem Schicksal teilhaben lässt. Nach "Darkman" darf er erneut die Rolle des Rächers spielen. Auch Jessica Lange wirkt sehr sympathisch und kann den Film durch ihr intensives Spiel auf eine emotionalere Ebene ziehen. Tim Roth spielt am Besten. Nachdem er bereits in "Reservoir Dogs" und "Pulp fiction" zwielichtige Rollen spielte, setzt er hier dem Ganzen die Krone auf. Er verkörpert den sadistischen und verschlagenen Adeligen hervorragend und ist damit das perfekte Feindbild. Damit rechtfertigt er seine Oscar-Nominierung auf jeden Fall. Auch John Hurt löst die Rolle eines anderen Bösewichts hervorragend. Der übrige Cast, zu dem unter Anderem Eric Stolz und Brian Cox gehören, spielt ebenfalls überzeugend.

Fazit:
Trotz der klischeehaften Story und einem langweiligen Erzähltempo kann "Rob Roy" solide unterhalten. Durch gute Musik, eine malerische Kulisse und einen hervorragenden Cast, wird der Film zu einem soliden Monumentalfilm. Alles in allem empfehlenswert, wenn man nicht zu viel erwartet.

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