Aus dem gelobten Filmland Japan kommt auch nicht nur Gutes. Beispiel: Diese uninspirierte Horrorgroteske namens "Junk", die wohl auch nur in Japan und in Deutschland auf Interesse stoß. Und wie der Film ist, wird schon in der Werbezeile deutlich: "Everybody fights" Ziemlich einfallslos und ziemlich belanglos.
Dabei ist die Story gar nicht so schlecht. Ein Haufen Juwelendiebe wollen sich mit ihren Auftraggebern in einer verlassenen Chemiefabrik treffen. Hier hat aber ein durchgeknallter Wissenschaftler vor Zeiten versucht zu beweisen, dass "der Tod vor dem künstlich wieder-erschaffenen Leben kapitulieren muss". Was er so blumig umschreibt, heisst letzten Endes nur, dass 'ne Menge Zombies in der Fabrik ihr Unwesen treiben, und dass die Armee, die diesen Zombieskandal natürlich vertuschen will, ihre größten Geschütze ausfährt, um der drohenden Invasion Einhalt zu gebieten. Die ganze Situation eskaliert natürlich, weil die bösen, in Schwarz gekleideten Gangster die guten, bunt gekleideten Gangster nicht bezahlen wollen; die sich gegenseitig abschießen, und wir nun bald die Protagonisten im Zombie-Blut baden sehen.
Die ganzen hippen Gangster und die mit ihnen verbundenen Zeitlupenaufnahmen sind fast eins zu eins aus den Tarantino-Werken übernommen. Gerade ein Land wie Japan, das sich sonst durch bestechende Originalität auszeichnet, hat es normalerweise nicht nötig sich an überstrapazierte Klischees zu bedienen. Und wenn mal kein Sonnenbrillen tragender Gangster zu sehen ist, dann muss eben George Romeros "Dawn of the Dead" herhalten, denn die Zombies müssen ja auch massakriert werden. Das alles ist so plump, vorherhsehbar und leidenschaftslos inszeniert, dass man den Nerv für dieses Machwerk schon nach der ersten Dreiviertelstunde verliert. Gegen Ende legt der Film noch an Tempo zu, wird aber plötzlich durch den Nachspann beendet.
Wer unbedingt mal wieder einen Neuzeitlichen Zombiefilm sehen möchte, und sich nicht von albernen "Reservoir Dogs"-Zitaten fürchtet, der kann sich "Junk" zwischendurch gerne einmal anschauen. Für alle, die gespannt auf deliziösen Horror aus Japan sind, die sollten eher zu Genreperlen wie "Ring" greifen, denn diese zeugen vielmehr von dem Einfallsreichtum des Filmlandes.
"Junk" ist wahrlich Junkfood für zwischendurch. Zum Hieressen oder zum Mitnehmen ist dabei völlig egal, denn schmecken tut es eh nicht.